Viel diskutierte Würfeluhr in der Klagenfurter Innenstadt ist weg
Die defekte Würfeluhr steht derzeit nicht mehr am Benediktinerplatz in Klagenfurt. Der Grund ist aber ein positiver: Momentan laufen die Reparaturarbeiten.

Sie tickt nicht ganz richtig, und das schon seit langer Zeit. Dass die Würfeluhr am Benediktinerplatz in Klagenfurt in jede Himmelsrichtung eine andere Zeit anzeigte, sorgte für Heiterkeit sowie Kopfschütteln in der Bevölkerung. Und jetzt ist die Uhr weg.
Jedoch aus gutem Grund. Am 21. September starteten die Reparaturarbeiten, gibt das Marktamt der Stadt Klagenfurt bekannt. Lange Zeit wurde die Reparatur aus Budgetgründen verzögert. Weil die Suche nach einem möglichen Sponsor ebenfalls erfolglos endete, kam es bei den Verantwortlichen offenbar zu einem Umdenken. Die Stadt übernimmt nun doch die 8000 Euro, die für die Reparatur notwendig sind.

Uhr soll im Oktober in Betrieb gehen
Die vier Uhrwerke, die sich im Würfel an der Spitze des Uhrmastes befinden, werden durch neue, moderne Werke ersetzt. „Diese technische Modernisierung soll eine langfristige und zuverlässige Nutzung gewährleisten und das Risiko weiterer Reparaturen in naher Zukunft möglichst gering halten“, heißt es aus der Marktverwaltung. Zudem wird das Hauptuhrwerk überprüft und, wenn nötig, repariert.
Reparatur und Inbetriebnahme dauern rund vier Wochen. Somit soll die Uhr spätestens Ende Oktober wieder richtig ticken, erhofft sich der Magistrat.

Warum eine altmodische Würfeluhr noch heute von hoher Bedeutung für eine Stadt ist, weiß Stadtforscher Peter Payer. Aus seiner Sicht sind öffentliche Uhren die Aushängeschilder einer Stadt. Einen Defekt können sich Verwaltung und Politik nicht erlauben. „Eine kaputte Uhr zeigt, dass es politischen Verantwortlichen nicht wichtig ist, wie das Stadtbild nach außen wirkt“, sagte Payer in der Kleinen Zeitung im August. Im 19. Jahrhundert waren Uhren noch Taktgeber, dienten der Politik und Kirche als Machtinstrument. An dieser Symbolik habe sich bis heute wenig geändert, meint Payer, der sich mit der Rolle öffentlicher Uhren in Wien im Buch „Die synchronisierte Stadt“ intensiv beschäftigt.
