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Das ewige Mysterium

Auf hohe Spritpreise reagieren die Menschen verständlicherweise allergisch. Aber warum nicht auch auf den hohen Spritverbrauch ihrer Autos?

Warten auf die Spritpreisbremse
© IMAGO/Thiemo Rudolph
Warten auf die Spritpreisbremse
Simon Rosner
Redakteur Innenpolitik

Die politische Sprengkraft hoher Spritpreise lässt sich daran ermessen, dass ÖVP und Neos ohne Zögern einem Margeneingriff zustimmen, den sie im Mai unter keinen Umständen mehr wollten. Das von der SPÖ geführte Finanzministerium ließ sich auf eine teilweise Finanzierung aus dem laufenden Budget ein, obwohl es sonst für jede neue Ausgabe eine neue Einnahme oder Einsparung geben muss.

Es ist ja verständlich. Dem hohen Spritpreis ist nicht zu entkommen, wenn man ein Auto nutzt. Sicher, man könnte seltener und langsamer fahren und sich dadurch gar nicht so wenig Treibstoff sparen. Vier von zehn Autofahrten, so berichtet der Verkehrsclub Österreich, sind unter fünf Kilometer.

Der Verbrauch sinkt kaum

Doch die Tankfüllung selbst wird durch ein geändertes Verhalten nicht billiger. Und wer auf der Zapfsäule die unheilige Dreistelligkeit angezeigt bekommt, wird eher nicht an den weniger verbrauchten Sprit denken, sondern an [hier x-beliebige Fluchwörter einsetzen].

So verständlich die Preissensitivität beim Sprit ist, so mysteriös ist es, dass der Verbrauch nach wie vor ein untergeordnetes Kaufkriterium ist. Anders ist es nicht zu erklären, dass trotz vorhandener Technologie der reale Verbrauch der Diesel-PKW in den vergangenen 20 Jahren kaum gesunken ist. Das 3-Liter-Auto war ein Ladenhüter, SUV boomten.

Natürlich soll jeder das Auto kaufen, das er oder sie gerne fährt. Aber damit geht eben auch die Verantwortung für die Betriebskosten einher. Insofern ist es nur halbverständlich, wenn die Regierung auf hohe Spritpreise sofort reagiert und auf Kosten der Allgemeinheit Tankfüllungen fördert.