Nach Vorfall in Villach: Ein Unfall ist kein Social-Media-Content

Ein Mensch liegt bewusstlos am Boden – und jemand denkt an TikTok.
„Das geht jetzt auf TikTok live.“ Dieser Satz soll an einer Unfallstelle in Villach gefallen sein, während ein schwer verletzter Mann bewusstlos auf dem Radweg lag. Er zeigt, wie schnell aus einer Notsituation ein Handyvideo werden kann: Wo früher Schaulustige stehen blieben, ist heute das Smartphone schnell gezückt und aus dem Leid anderer wird im schlimmsten Fall Content.
Dass außergewöhnliche Situationen fotografiert und gefilmt werden, gehört mittlerweile zu unserem Alltag. Vieles wird geteilt, oft noch bevor darüber nachgedacht wird, wer darauf zu sehen ist. Doch ein Unfall ist keine Kulisse und ein Verletzter kein Motiv. Gerade wer bewusstlos am Boden liegt, kann sich weder gegen Aufnahmen wehren noch entscheiden, ob diese im Internet landen sollen.
Unabhängig davon, was rechtlich erlaubt ist: Hier sollte schon der Respekt vor einem verletzten Menschen eine klare Grenze setzen, denn an einer Unfallstelle gibt es nur drei richtige Reaktionen: helfen, Platz machen oder weitergehen. Filmen gehört nicht dazu.