Asiatische Tigermücken breiten sich auch in Villach aus
Die Tigermücke breitet sich zunehmend in Kärnten aus. Auch in Villach häufen sich die Sichtungen. Mit „Mosquito Alert“ können Sichtungen gemeldet werden.

So nervenaufreibend die Gemeine Hausgelse mit ihren Stichen sein kann, hat sie zumindest eine gute Eigenschaft: Sie ist vor allem abends und nachts aktiv, ihre Stiche sind meist harmlos. Ganz anders sieht das bei der Tigermücke aus. Diese Art ist aufgrund ihrer Tagaktivität besonders lästig. Hinzu kommt, dass sie Überträgerin einer Vielzahl an Krankheitserregern sein kann – darunter auch das Zika- oder Dengue-Virus. Die Mücke stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, verbreitet sich in Europa allerdings immer mehr, das liegt in erster Linie am globalen Gütertransport. Auch in Villach wurden mittlerweile über das gesamte Stadtgebiet vermehrt Sichtungen gemeldet und von Expertinnen und Experten bestätigt.
Über die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) gibt es die Möglichkeit, am europaweiten Projekt „Mosquito Alert“ teilzunehmen. Über einen kostenlosen Online-Zugang können Bürgerinnen und Bürger hier unkompliziert Sichtungen von Tigermücken und anderen Stechmücken melden. Jedes hochgeladene Foto wird von drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewertet, um festzustellen, um welche Stechmückenart es sich handelt. Ein Blick auf die Karte des Projekts zeigt, dass im Villacher Stadtgebiet vor allem in den vergangenen vier Wochen vermehrt Sichtungen von Tigermücken eingetragen wurden. Die Meldungen unterstützen Gesundheitsbehörden dabei, herauszufinden, wo Eingriffe nötig sind.
In den vergangenen Jahren stammten die meisten Meldungen der App aus der Steiermark, gefolgt von Niederösterreich und Oberösterreich. Aus Kärnten gibt es heuer bereits deutlich mehr Meldungen als im gesamten Jahr 2025. Zuletzt sorgte der Fall einer Klagenfurter Familie für Aufsehen. In ihrem Garten wurde eine riesige Population Tigermücken entdeckt, was dazu führt, dass sich die Betroffenen kaum noch in ihrem Garten aufhalten können.
Ob die eingeschleppten Arten überwintern und demnach im nächsten Jahr auch an den Sichtungsorten in Villach mit einer Plage zu rechnen ist, hängt stark von den Temperaturen des Winters ab.
Hintergrund
Asiatische Tigermücken sind mögliche Überträgerinnen von über 20 verschiedenen Krankheitserregern. Viele davon, wie Dengue, Zika oder Chikungunya, können von den heimischen Stechmückenarten nicht übertragen werden.
2022 wurde die Tigermücke erstmals in allen Bundesländern in Österreich gefunden. Etablierte Populationen, die den Winter bei uns überstehen können, bestanden aber bisher nur in Teilen von Wien, Graz und Linz.
Die Tigermücke ist eine kleine, schwarz-weiße Mücke. Sie hat einen weißen Streifen auf dem Rücken und geringelte Beine. Sie ist vor allem tagsüber aktiv und legt ihre Eier in kleinen Wasseransammlungen ab.