Grüne kritisieren Autoausstellung in der Villacher Innenstadt
Mehr als 50 Fahrzeuge werden am Wochenende in der Villacher Innenstadt präsentiert. Kritik von den Grünen: „Mobilität der Zukunft“ komme zu kurz.

Mehr als 50 Fahrzeuge von zwölf Marken, verteilt auf einigen Plätzen in Villach: Am Freitag und Samstag wird die Innenstadt bei der „AutoMobile“ zum Freiluftautosalon. Neben Familienautos, SUVs und Elektrofahrzeugen sollen auch neue Antriebstechnologien und Entwicklungen rund um die Mobilität der Zukunft präsentiert werden. Genau an diesem Begriff stößt sich die Villacher Grünen-Gemeinderätin Karin Herkner: „Wenn von nachhaltiger Mobilität gesprochen wird, gleichzeitig aber Autos so viel Raum gegeben wird, greift das für mich zu kurz“, sagt Herkner. Ihr fehle dabei vor allem die stärkere Einbindung anderer Formen der Mobilität, vom Rad- und Fußverkehr bis hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Dabei gehe es ihr nicht darum, das Auto grundsätzlich aus der Innenstadt zu verbannen oder die Präsentation neuer Fahrzeugtechnologien abzulehnen. Gerade Elektromobilität könne durchaus Teil einer Veranstaltung über die Mobilität der Zukunft sein: „Wir wollen das Auto per se nicht schlechtreden“, betont Herkner. Wenn eine Veranstaltung aber nachhaltige Mobilität zum Thema mache, müssten aus ihrer Sicht auch andere Verkehrsmittel stärker sichtbar werden. Vorstellen könnte sie sich etwa, öffentliche Verkehrsmittel und den Radverkehr stärker einzubinden.
Für die Mobilität der Zukunft zählt nicht nur das Auto.
— Karin Herkner, Gemeinderätin (Grüne)
Ihre Kritik an der zweitägigen Autoschau verbindet Herkner deshalb mit einer grundsätzlichen Forderung an die Villacher Verkehrspolitik. Die Stadt, die sich als Klimapionierstadt bezeichnet und im kommenden Jahr den Österreichischen Radgipfel ausrichtet, würde in ihrem Budget zu wenig Geld für den Ausbau der Radinfrastruktur vorsehen: „Um innerhalb von zehn Jahren ein gutes und sicheres Radwegenetz zu schaffen, wären Investitionen von jährlich rund zwei Millionen Euro notwendig“, so Herkner. Tatsächlich wurden 2025 laut Rechnungsabschluss nur 127.000 Euro in Rad- und Fußwege investiert. Für 2026 wurden 1,2 Millionen Euro budgetiert.
Herkner sieht Nachholbedarf bei Radwegen
Wo sie im Alltag Verbesserungsbedarf sieht, macht Herkner unter anderem an der Ossiacher Zeile fest. Wer dort als Fußgänger oder Radfahrer eine Straße queren möchte, müsse an bestimmten Ampeln zunächst einen Knopf betätigen, um eine Grünphase anzufordern: „Das ist für mich keine Gleichstellung im Verkehr“, kritisiert sie. Auch zu schmale Radwege oder Abschnitte, auf denen sich Radfahrer und Fußgänger denselben Weg teilen müssen, seien problematisch.