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Pfefferspray-Einsatz bei Kontrolle durch Jugendamt in Kärnten

Mutter zeigte mutmaßliche Misshandlung ihrer Tochter an. Bei Kontrolle erhärtete sich der Vorwurf. Vater wollte verhindern, dass Behörde das Mädchen mitnimmt.

Mehrere Polizeibeamte waren zur Unterstützung des Jugendamtes im Einsatz (Symbolfoto)
© APA / Harald Schneider
Mehrere Polizeibeamte waren zur Unterstützung des Jugendamtes im Einsatz (Symbolfoto)
Jochen Habich
Redakteur Kärnten-Ressort

Verstörende Szenen haben sich Mitte September in einer Kärntner Gemeinde abgespielt: Eine Frau hat beim zuständigen Jugendamt Anzeige erstattet. Ihre Tochter sei von ihrem Vater geschlagen worden. Der Mann ist der ehemalige Lebensgefährte der Anzeigerin, die beiden leben voneinander getrennt und haben mehrere gemeinsame Kinder.

Unmittelbar nach der Meldung rückten Mitarbeiter des Jugendamtes aus. Vor Ort befragten sie das Mädchen und laut Ermittlern bestätigte dieses ihnen den gewalttätigen Vorfall. Sie soll sichtbare Verletzungen gehabt haben und war damit einverstanden, freiwillig mit den Jugendamtsmitarbeitern mitzufahren und stieg in ihr Auto.

Das hat dem Vater offenbar nicht gepasst. Er gab an, dass seine Tochter die Verletzungen von einem Fahrradsturz habe. Mit zwei Kindern an der Hand und auf dem Arm wollte er seine Tochter aus dem Auto „befreien“. Vorerst vergeblich. Nachdem er die Kinder seiner neuen Partnerin übergeben hatte, wurde es heftiger. Er soll sich, so die bisherigen Ermittlungen, gegenüber den Polizisten extrem aggressiv verhalten haben. Mehrere Beamte waren zur Unterstützung des Jugendamtes vor Ort, auch weil die Situation schon im Vorfeld als möglicherweise nicht einfach eingestuft worden ist.

„Extrem aggressiv“

Ein Wort ergab das andere, der Widerstand des Vaters wurde heftiger und schließlich soll er Polizisten körperlich attackiert und geschlagen haben, bestätigt die Landespolizeidirektion Kärnten auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Ein Beamter wusste sich offenbar nicht mehr anders zu helfen und setzte Pfefferspray gegen den 48-Jährigen ein. Daraufhin beruhigte sich die Situation, das Jugendamt beendete seinen Einsatz und brachte das Mädchen zu seiner leiblichen Mutter.

Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, die Polizei hat gegen ihn ein Annäherungs- und Betretungsverbot ausgesprochen. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegen den Kärntner wegen des Verdachts der vorsätzlichen Körperverletzung und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.