Tote Mutter eingemauert: Sohn von Dubai nach Österreich ausgeliefert
Der Sohn einer in Münchendorf eingemauerten Frau ist von Dubai nach Österreich ausgeliefert worden. Der 57-Jährige sitzt nun wegen des Verdachts auf schweren Betrug und Störung der Totenruhe in Untersuchungshaft.

In der Causa um den Fund einer eingemauerten Leiche in Münchendorf (Bezirk Mödling) ist der verdächtige Sohn der toten Frau von Dubai nach Österreich ausgeliefert worden. Untersuchungshaft wurde verhängt, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien am Mittwoch einen Bericht des ORF Niederösterreich. Es geht um den Verdacht des schweren Betrugs und der Störung der Totenruhe, was der Beschuldigte teilweise zugesteht. Ein Obduktionsergebnis war weiter ausständig.
Laut einem Online-Bericht des „Kurier“ gab der 57-jährige Beschuldigte zu, den Tod der Mutter jahrelang verheimlicht zu haben, um die Pension und Sozialleistungen zu kassieren. Aus diesem Grund dürfte der Mann die Leiche versteckt haben – dem Medienbericht zufolge über gut zehn Jahre hinweg. Auf die Details ging eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien auf Anfrage nicht genau ein, sie betonte jedoch, dass der Beschuldigte die diesbezüglichen Vorwürfe nicht leugne. Anzeichen in Richtung eines Mordverdachts ortete die Anklagebehörde indes vorerst nicht.
Frau stand vor 100. Geburtstag
Bei der Verstorbenen soll es sich um eine Frau handeln, die bald 100 Jahre alt geworden wäre. Sie war als vermisst gemeldet worden. Die Polizei hatte die Feuerwehr früheren Medienberichten zufolge am Abend des 28. Mai um Unterstützung bei einer Tür-Notöffnung gebeten. Bei dem Gebäude dürfte es sich um den Zweitwohnsitz der Pensionistin handeln. Spürhunde nahmen eine Fährte auf und führten die Ermittler zu einer Hauswand am Abgang zum Keller. Dort soll die einbetonierte Leiche gefunden worden sein.
Anfang Juli wurde der Sohn der Frau bei der Ausreise aus Dubai in Gewahrsam genommen. Nach dem damals im Ausland lebenden Mann war zuvor gefahndet worden.