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Kärnten als Waldbrand-Hotspot: Feuerwehren fordern mehr Mittel

Rund 40 Waldbrände haben Kärntens Feuerwehren heuer bereits beschäftigt. Nach dem Großeinsatz im Lesachtal fordert der Bundesfeuerwehrverband mehr Unterstützung vom Bund.

Der Großbrand im Lesachtal forderte die Einsatzkräfte heuer 24 Tage lang
© Freiwillige Feuerwehr / Matthias Warmuth
Der Großbrand im Lesachtal forderte die Einsatzkräfte heuer 24 Tage lang
Sandra Müllauer
Redakteurin Kärnten-Ressort

Die Feuerwehren in Österreich stehen zunehmend im Dauer-Waldbrandeinsatz. Heuer waren bereits 55.000 Mitglieder bei 3500 Wald- und Vegetationsbränden im Einsatz. Auch Kärnten verzeichnet einen deutlichen Anstieg: Die heimischen Feuerwehren mussten bislang rund 40 Waldbrände bewältigen. Besonders anspruchsvoll waren ein größerer Brand im Bezirk Villach-Land und der Großeinsatz im Lesachtal.

Dort brannten etwa 110 Hektar Wald. An 24 Einsatztagen waren rund 2000 Mitglieder aus 177 Feuerwehren im Einsatz. „Waldbrände stellen unsere Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: steiles und schwer zugängliches Gelände, extreme Hitze sowie eine dynamische Brandausbreitung", sagt Kärntens Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin. Dafür brauche es Unterstützung, „insbesondere bei Fahrzeugen, Ausrüstung, persönlicher Schutzausrüstung und spezieller Ausbildung“.

Waldbrände stellen unsere Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: steiles und schwer zugängliches Gelände, extreme Hitze sowie eine dynamische Brandausbreitung.

— Rudolf Robin,, Kärntens Landesfeuerwehrkommandant

Kärnten zählt zu Waldbrand-Hotspots

Die langfristigen Daten zeigen, dass das Thema Kärnten auch künftig beschäftigen wird. Kärnten zählt gemeinsam mit der Steiermark zu den Waldbrand-Hotspots Österreichs. Fünf der zehn größten Waldbrände seit Beginn der Aufzeichnungen haben in diesen beiden Bundesländern stattgefunden. Innerhalb Kärntens gelten vor allem die Beckenlagen und Trockentäler als besonders gefährdet.

Laut Robin ist die rasche Verfügbarkeit von Hubschraubern ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung. Dank der Unterstützung durch das Innenministerium und das Bundesheer konnten zahlreiche Wald- und Vegetationsbrände bereits im Anfangsstadium bekämpft und so größere Schäden verhindert werden. Robin betont: „Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt klar: Wir müssen uns auf solche Extremereignisse auch in Zukunft einstellen und unsere Feuerwehren entsprechend ausstatten und ausbilden.“

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Pressekonferenz im April 2026 wegen des Großbrands im Lesachtal
Pressekonferenz im April 2026 wegen des Großbrands im Lesachtal © Kärntner Landesfeuerwehrverband

Fellner unterstützt Forderung an den Bund

Genau hier setzt die aktuelle Forderung des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands (ÖBFV) an. Dessen Spitze sowie alle Landesfeuerwehrkommandanten forderten am Mittwoch mehr Unterstützung durch den Bund. Zwar ist das Feuerwehrwesen Ländersache und basiert fast vollständig auf Ehrenamtlichkeit, angesichts immer größerer und gefährlicherer Waldbrände braucht es laut ÖBFV aber eine gesamtstaatliche Betrachtung.

Unterstützung kommt von Kärntens Landeshauptmann und Feuerwehrreferent Daniel Fellner: „Dass die Feuerwehren vom Bund mehr finanzielle Mittel zur Anschaffung neuer Großgeräte fordern, aber auch eine ‚gesamtstaatliche Betrachtung‘, kann ich nachvollziehen. Da bin ich ganz bei ihnen.“

Brände und Großeinsätze würden weder Gemeinde- noch Ländergrenzen kennen. „Angesichts der zunehmenden Gefahrenextreme sehe ich es als ein Gebot der Vernunft und des Weitblicks, länderüberschreitend zu denken und zu handeln“, sagt Fellner. Kärnten hat sich bereits mit der Steiermark und dem Burgenland zusammengeschlossen. Gemeinsam wird geprüft, welche Gerätschaften angeschafft und wie Einsatzkräfte gemeinsam geschult werden können.

Angesichts der zunehmenden Gefahrenextreme sehe ich es als ein Gebot der Vernunft und des Weitblicks, länderüberschreitend zu denken und zu handeln.

— Daniel Fellner,, Kärntens Landeshauptmann und Feuerwehrreferent

Millionen für zusätzliche Ausrüstung nötig

Seit 2020 haben die Feuerwehren selbst, unterstützt durch den Waldfonds, mehr als 20 Millionen Euro in Spezialfahrzeuge, Löschwasserbehälter für Hubschrauber und persönliche Ausrüstung investiert. Angesichts der neuen Dimensionen reiche das jedoch nicht mehr aus, so ÖBFV-Präsident Robert Mayer.

Es werden mehr Mittel für Ausrüstung und Ausbildung sowie eine Valorisierung der im Jahr 2022 eingeführten Sonderinvestitionsprämie in Höhe von jährlich 20 Millionen Euro gefordert. Darüber hinaus sollen die Verfügbarkeit von Hubschraubern des Innen- und Verteidigungsministeriums sowie die Finanzierung privater Maschinen langfristig abgesichert werden.

Laut Mayer kostet allein ein Waldbrandtanklöschfahrzeug rund 760.000 Euro. Für die notwendigen Maßnahmen könnten österreichweit rund 200 Millionen Euro nötig werden. Wie gefährlich die Entwicklung ist, zeigte sich dieses Jahr besonders deutlich: Vier Waldbrände wurden als Extrembrände eingestuft – so etwas habe es seit Jahrzehnten nicht gegeben.

„Wenn man sich in Österreich Freiwilliger bedient, dann hat man auch die verdammte Verpflichtung, zumindest das Werkzeug zur Verfügung zu stellen“, brachte es Niederösterreichs Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner auf den Punkt.