Land erteilt Förderung für Schulbegrünung in Wies eine Abfuhr
Wirbel in Wies: Das Land lehnte die Förderung für die natürliche Beschattung der Mittelschule ab. Pikant: Ein ähnliches Projekt an derselben Schule wurde Jahre vorher durchgewunken.

Die Förderabsage des Landes für die geplante Fassadenbegrünung der Mittelschule Wies sorgt derzeit für hitzige Diskussionen in der weststeirischen Marktgemeinde. Bürgermeister Josef Waltl von der Bürgerliste Liste aller Wieser will das nicht einfach hinnehmen.
Noch im November vergangenen Jahres beurteilte das Projektauswahlgremium der Leaderregion Schilcherland das Vorhaben positiv. Förderungsausmaß: 250.000 Euro, förderfähige Gesamtkosten: 416.666,67 Euro, insgesamt wird von einem Projektvolumen von rund 564.000 Euro gesprochen. Wobei zusätzlich zur Fassadenbegrünung auch weitere begleitende Maßnahmen wie die Installation einer Nachtlüftung geplant sind.
Details zur Ablehnung
Ende Jänner staunte man in der Marktgemeinde daher nicht schlecht, als ein Ablehnungsschreiben aus der zuständigen Abteilung des Landes hereinflatterte. „Es sind kuriose Ablehnungsgründe, die wir alle widerlegen können“, betont Waltl. So stehen für das Land etwa die Errichtungskosten in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen und die Fassadenbegrünung würde die Belichtung in den Klassenzimmern reduzieren. „Gerade in ländlichen Räumen ohne Verdichtungsthematik ist eine vertikale Begrünung weder notwendig noch prioritär“, heißt es zudem in einem Schreiben. Kostengünstiger seien etwa Bäume und Sträucher.
Bemerkenswert: Bei einem Teil der Mittelschule wurde bereits eine Fassadenbegrünung angebracht. Das Leader-Pilotprojekt wurde 2024 umgesetzt und dementsprechend gefördert. Christian Hofmann von der Baubezirksleitung Südweststeiermark spricht sich ebenfalls für das Projekt aus. Ende Mai landete das zweite Ablehnungsschreiben des Landes auf dem Bürgermeistertisch. Darin wird auf die Vorgaben der Bildungsdirektion – etwa keine Beeinträchtigung der Belichtungsflächen – verwiesen.

„Die Klasse sei durch die Begrünung also zu beschattet. Aber das Land sagt auch, macht eine Außenrollo, dann wird in den Schulstunden die Rollo zugemacht und das Licht eingeschaltet. Da frage ich mich, wo ist der Sinn dahinter. Die Begrünung lässt zudem diffuses Licht durch“, echauffiert sich der Ortschef.
Das sagt das Land
Konfrontiert mit der Causa sagt Harald Grießer, Leiter der Abteilung 17 Landes- und Regionalentwicklung, dass das Projekt zwar bautechnisch in Ordnung sei, allerdings die Fenster ausgeschnitten werden müssten. Infolgedessen werde nur die Fassade gekühlt. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimme daher nicht.
Warum für das erste Leaderprojekt vor Jahren trotzdem Geld geflossen ist, erklärt er mit einer anderen Programmperiode und: „Die Mittel von Land und Gemeinden werden weniger, daher wird noch intensiver auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis geschaut.“
Gemeinde kämpft weiter
Die Marktgemeinde will jedenfalls um ihr Projekt kämpfen. Vertreter des Kindergemeinderats sprachen sich ebenfalls für die grüne Beschattung aus. Die drei Schüler wissen, wovon sie sprechen: „Es hatte rund 36 Grad. Der Ventilator hat auch nicht geholfen, weil man durch den Zug Kopfweh bekommen hat. Die Rollos waren zu, die Hitze kam trotzdem durch“, berichten sie.