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Bauarbeiten bei historischer Grazer Villa sorgen für Unruhe

Die Villa Belvedere am Rilkeweg rutschte fünf nach zwölf in die Altstadtschutzzone. Passanten schlagen wegen Bauarbeiten Alarm. Der Schutzverein Ruckerlberg beruhigt.

Die Villa Belvedere am Rilkeweg 22 soll den Bauarbeiten auf dem Ruckerlberg nicht zum Opfer fallen
© Bernd Hecke
Die Villa Belvedere am Rilkeweg 22 soll den Bauarbeiten auf dem Ruckerlberg nicht zum Opfer fallen
Bernd Hecke
Chefreporter

Es waren eigentlich gute Nachrichten, als der damalige Kulturlandesrat Christopher Drexler und Ex-Bürgermeister Siegfried Nagl (beide ÖVP) 2020 die Erweiterung der Altstadtschutzzonen in Graz verkündeten. 250 Gebäude wurden in den Ensembleschutz nach Altstadterhaltungsgesetz aufgenommen. Etwa Villen nahe des ORF-Zentrums in St. Peter. Dennoch gab es Bürgerprotest: Denn auf zwei Prachtvillen – am Rilkeweg und in der Polzergasse – hat man in der Schutzzone am Ruckerlberg vergessen. Und die Aktivbürger waren erfolgreich, beide Villen sind doch noch in die Schutzzone aufgenommen worden.

Just bei der Villa Belvedere am Rilkeweg (vulgo „Türmchenvilla“) gab es schon Bauträger-Interesse an einem Neubau in Hanglage, dem das Baujuwel aus der Zeit um 1900 im Weg stand. Dass dort jetzt am Grundstück gebaut wird, sorgt in der Gegend für Unruhe. Dazu haben die Kleine Zeitung auch Anfragen erreicht. Schon 2023 ist ja ein Nebengebäude abgerissen worden, nun wird auf dem Grund betoniert. Aber die Arbeiten geben keinen Anlass zur Sorge, betont Karin Steffen, Obfrau des Schutzvereins Ruckerlberg. „Ich war bei der Bauverhandlung dabei, das Projekt ist ein Glücksfall“, schwärmt sie, „die Immobilie ist ja zwei Mal weiterverkauft worden und immer hat es geheißen, die Villa muss weg.“ Doch der jetzige Bauherr wolle sie unbedingt erhalten, sagt Steffen.

Abbruch der Villa war 2020 schon bewilligt

Auch vom Vorsitzenden der Altstadtsachverständigungskommission (ASVK), Elemer Ploder, gibt es Entwarnung: „Es gab von uns grünes Licht für das Projekt. Die Villa bleibt erhalten, der Neubau dockt an ihr mit einem transparenten Gang an.“ Auch ein Pool ist nun geplant. Das abgerissene Nebengebäude hatte die Kommission als „nicht schutzwürdig“ bewertet. Der Blick ins Archiv zeigt, wie knapp hier alles zugegangen ist. Im Mai 2020 hat die Baubehörde in letzter Sekunde einen Abbruch gestoppt, den sie davor selbst bewilligt hatte. Es war übersehen worden, dass die Villa doch noch in die Altstadtschutzzone „gerutscht“ war. Die Altstadtsachverständigenkommission hat sie schlussendlich Ende 2020 als schützenswert eingestuft.

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