Ära geht zu Ende: Diözese übernimmt Schulen von Ursulinen in Klagenfurt
356 Jahre lang prägte der Orden die Bildungslandschaft in der Kärntner Landeshauptstadt. Auch der Kindergarten und der Hort wechseln jetzt den Betreiber.

Die Ursulinen ziehen sich aus Klagenfurt zurück: Sie und der Schulverein St. Ursula stehen in intensiven und guten Verhandlungen mit der Diözese Gurk, um die Trägerschaft von Kindergarten, Volksschule, Mittelschule und Hort am Standort St. Ursula in Klagenfurt an die Diözese Gurk zu übergeben. Die Diözese führt am selben Standort bereits seit 1987 das Bischöfliche Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium und übernimmt mit diesem Schritt die Funktion als alleiniger Schulerhalter für den gesamten Bildungsstandort St. Ursula.
Dass sich die Ordensschwestern aus Klagenfurt zurückziehen, ist bereits seit zwei Jahren bekannt. Damals zogen drei der vier verbleibenden Schwestern, die damals bereits über 90 Jahre alt waren, in die Ordensgemeinschaft in Salzburg, die vierte zog in eine Wohnung. Damit ging in Kärnten eine 350-jährige Ära der Ordensgemeinschaft in Klagenfurt zu Ende.

Für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerschaft soll sich durch die Neuübernahme wenig ändern. Derzeit laufen noch Gespräche bezüglich der Erstellung eines Vertrages und der weiteren Schritte wie bauliche Maßnahmen und die Übernahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die rund 550 Kinder und Jugendlichen sowie die rund 80 Pädagogen und Mitarbeiter am Standort bedeutet dieser Schritt Kontinuität und Planungssicherheit – der Schulbetrieb wird im gewohnten Rahmen fortgeführt.
Demografische Entwicklung als Grund

Wir freuen uns, dass die Bildungstradition von St. Ursula in eine gute Zukunft geführt wird.
— Marina Zittera,, Priorin der Ursulinen und Obfrau des Schulvereins St. Ursula in Österreich
Der Entscheidung liegt die demografische Entwicklung des Ordens zugrunde: Die Ursulinen prägen die Bildungslandschaft in Klagenfurt seit 356 Jahren. Mit der Übergabe an die Diözese Gurk soll diese Tradition sowie das pädagogische Erbe und Charisma der Ursulinen am Standort auch künftig erhalten bleiben und weitergeführt werden.

„Wir freuen uns, dass die Bildungstradition von St. Ursula in eine gute Zukunft geführt wird. Durch dieses Bildungsangebot der Diözese werden die Kinder weiterhin vom Kindergarten bis zur Matura am Standort betreut und unterrichtet“, sagt Marina Zittera, Priorin der Ursulinen und Obfrau des Schulvereins St. Ursula in Österreich.
„Da kann man nicht anders entscheiden“

Es wäre respektlos gegenüber den Ursulinen-Schwestern, die über Jahrhunderte hier in Klagenfurt waren, nicht weiterzumachen.
— Johann Sedlmaier,, Generalvikar
Für die Diözese Gurk-Klagenfurt erklärt Generalvikar Johann Sedlmaier, warum die Kärntner Kirche die Trägerschaft der Ursulinen-Institutionen übernimmt: „Uns ist die Bildung der nächsten Generationen sehr wichtig. Da kann man nicht anders entscheiden. Es wäre respektlos gegenüber den Ursulinen-Schwestern, die über Jahrhunderte hier in Klagenfurt waren, nicht weiterzumachen.“ Wobei Sedlmaier auf die „große finanzielle Herausforderung für die Diözese“ aufmerksam macht. „Baulich besteht ein sehr hoher Investitionsbedarf.“
Zu den Kosten kann Gerhard Salzer als Chef der Finanzkammer der Diözese noch nichts sagen. Noch gebe es keine konkreten Zahlen, würden viele Gespräche laufen. Doch Ziel sei es, „ausgeglichen zu wirtschaften“. Für die Diözese sei es eine Grundsatzentscheidung gewesen, die Ursulinen-Bildungseinrichtungen zu übernehmen.
Wie die Kirchenstatistik 2025 zeigt, gibt es in der Diözese 14 katholische Privatschulen, darunter auch jene der Caritas und von Orden. Wobei die Diözese selbst seit 1987 eben das Bischöfliche Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium der Ursulinen in Klagenfurt führt.