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„Wunderbar und seltsam“: Besucher stehen Schlange vor „Star Wars“-Museum in Los Angeles

Regisseur George Lucas hat eine Milliarde Dollar in sein Projekt gesteckt. Zu sehen gibt es nicht nur Sternenkrieger, sondern auch Frida Kahlo.

Publikumsliebling R2-D2 empfing die Besucher vor dem Eingang des Museums
© AFP/VALERIE MACON
Publikumsliebling R2-D2 empfing die Besucher vor dem Eingang des Museums

Für Fans der Kult-Saga „Star Wars“ hat das Warten ein Ende: In Los Angeles hat das mit Spannung erwartete Lucas Museum of Narrative Art seine Pforten geöffnet. Eingefleischte „Star-Wars“-Fans und Kunstliebhaber strömten am Dienstag zur feierlichen Eröffnung des von „Star Wars“-Erfinder George Lucas und seiner Ehefrau Mellody Hobson gegründeten Museums für die Kunst des Geschichtenerzählens. Viele warteten geduldig in der langen Schlange vor dem Museum.

Am Eingang des einem Raumschiff ähnelnden Baus werden die Besucher zunächst von einem gelben N-1-Sternjäger-Flugzeug aus der ersten Star Wars-Folge „Die dunkle Bedrohung“ empfangen, bevor sie in das Universum der Kult-Saga eintauchen. Auf mehr als 9200 Quadratmetern sind in dem futuristischen Gebäude in Los Angeles mehr als 1300 Objekte zu sehen, darunter bisher unveröffentlichte Stücke aus der erfolgreichen Science-Fiction-Reihe.

George Lucas begrüßte persönlich die ersten 100 Besucher

Saga-Schöpfer George Lucas und seine Ehefrau Mellody Hobson standen höchstpersönlich am Eingang, um die ersten 100 Besucher zu empfangen und jeden von ihnen mit Handschlag zu begrüßen. Das Museum geht weit über die Kult-Saga hinaus. „Star Wars“-Schöpfer Lucas sieht den Bau vielmehr als „Tempel der Volkskunst“ und möchte damit die Grenzen zwischen Popkultur und Hochkultur aufheben.

Das Museum in Los Angeles wird fast immer mit einem Raumschiff verglichen, der Entwurf stammt vom chinesischen Architekten  Ma Yansong.
© IMAGO
Das Museum in Los Angeles wird fast immer mit einem Raumschiff verglichen, der Entwurf stammt vom chinesischen Architekten Ma Yansong.

Die Sammlung umfasst neben nie gezeigten Stücken aus Lucas‘ Fundus auch Illustrationen von Norman Rockwell und Jessie Willcox Smith sowie Werke von Frida Kahlo. In den mehr als 30 Ausstellungsräumen sind außerdem Werke von Künstlern wie Banksy, Jacob Lawrence und Robert Colescott zu sehen. Die „New York Times“ nannte das Museum aufgrund des Sammelsuriums aus unterschiedlichsten Exponaten „seltsam und wundervoll“.

Die Planungsphase für das Projekt hatte 16 Jahre gedauert. Ursprünglich sollte das Museum in Chicago beheimatet sein, auch San Francisco war als möglicher Standort im Gespräch. Schließlich landete Lucas‘ Raumschiff – wie könnte es passender sein – in der US-Filmmetropole Los Angeles, wo 2018 der Grundstein gelegt wurde. Das Projekt, das der 82-Jährige selbst finanziert, wurde genau nach seinen Vorstellungen umgesetzt – für mehr als eine Milliarde Dollar (864 Mio. Euro). Er sei es gewohnt, das Unmögliche zu verwirklichen, sagte der legendäre Regisseur, Produzent und Drehbuchautor vor einem Monat bei einer Presseführung. Für Aufsehen sorgte das Museum zuletzt aber auch, weil es auf öffentlichem Grund nur 30 US-Dollar pro Jahr an Pacht zahlt.

Ein Besucher macht ein Foto von Anakin Skywalkers Podracer aus dem Film Episode I – Die dunkle Bedrohung
© AFP/VALERIE MACON
Ein Besucher macht ein Foto von Anakin Skywalkers Podracer aus dem Film Episode I – Die dunkle Bedrohung

Über Jahrzehnte gesammelte Produktionsmaterialien ausgestellt

Die „Krieg der Sterne“-Saga um den intergalaktischen Kampf zwischen Gut und Böse hat Millionen Fans in aller Welt. Entsprechend hoch war auch die Prominenten-Dichte bei der Party zwei Tage vor der Eröffnung, zu den Gästen zählten unter anderem Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, Talkshow-Legende Oprah Winfrey und Hollywood-Star Leonardo DiCaprio. Der Zahnarzt und „Star Wars“-Fan Eric Cheung hat sich dagegen als Freiwilliger für das Museum ausbilden lassen. Er erschien am Dienstag getreu der Hauptfigur Luke Skywalker im leuchtend orangefarbenen Overall und mit dem typischen Kampfhelm eines Sternjäger-Piloten. „Jedes Kunstwerk erzählt eine Geschichte“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Die Besucher könnten „dasselbe betrachten“ - und daraus dann „unterschiedliche Geschichten entwickeln“.

Szenen aus den „Star Wars“-Filmen machen den Großteil der Ausstellung aus, gleichzeitig klopft das Museum an der Hochkultur an
© Imago | VCG
Szenen aus den „Star Wars“-Filmen machen den Großteil der Ausstellung aus, gleichzeitig klopft das Museum an der Hochkultur an