Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Maximilian Wöbers Neustart: „Da flossen schon sehr viele Tränen“

Wie Maximilian Wöber das WM-Aus verdaut hat und die grundlegenden Fragen danach hinter sich lassen konnte.

Das Engagement auf Schalke ist für Maximilian Wöber bislang ein Erfolg
© IMAGO
Das Engagement auf Schalke ist für Maximilian Wöber bislang ein Erfolg

Gerade für ein Lebensziel wie die WM geht man mitunter über alle Grenzen, um sich diesen Traum doch noch irgendwie zu erfüllen. Doch irgendwann kam der Moment, als Maximilian Wöber und mit ihm Teamchef Ralf Rangnick einsehen und gemeinsam entscheiden mussten, dass eine Teilnahme des Verteidigers keinen Sinn macht.

„Dann sind schon sehr viele Tränen geflossen, weil das einfach der große Motivator war, der mich durch dieses Jahr getragen hat“, rekapituliert der Wiener seine verletzungsbedingte Horror-Saison bei Werder Bremen. Am Ende hat es nur zu zwei Bundesliga-Spielen gereicht.

Macht der Körper das überhaupt noch mit? Kann ich auf diesem Niveau überhaupt noch spielen, ohne dass ich mich gleich wieder verletze?

— Maximilian Wöber

Lange Zeit schien er auf Kurs zu sein, als es beim zweiten dieser Kurzeinsätze in Hoffenheim nach der Einwechslung wieder zwickte. „Da kam dann schon das Gefühl auf, okay es soll nicht mehr sein.“ So bitter das WM-Aus für den 31-fachen Teamspieler war, noch grundlegender waren die Sorgen im Sommer. Dass es bei Leeds United für ihn nicht weitergehen wird, war absehbar. Am Transfermarkt blieb es um seine Person dennoch eher ruhig. Gleichzeitig war das notwendige Vertrauen in den eigenen Körper naturgemäß nicht da.

Also stellte sich Wöber in dieser Situation legitime Fragen: „Macht der Körper das überhaupt noch mit? Kann ich auf diesem Niveau überhaupt noch spielen, ohne dass ich mich gleich wieder verletze?“ Die Antworten lieferten ihm die Gespräche mit seinem nunmehrigen Arbeitgeber Schalke 04. Der Aufsteiger in die deutsche Bundesliga habe ihm im Wissen um seine Vorgeschichte einen Weg aufgezeigt, wie es körperlich funktionieren könne. Ein Plan, der vollends aufging: „Die ganzen negativen Gedanken, ob es noch funktioniert, sind jetzt weg.“

Vielmehr habe er wieder hundertprozentiges Vertrauen in seinen Körper: „Ich kann jetzt voll angreifen, brauche mir keine Sorgen zu machen, ob ich zu viel trainiere oder zu viele Minuten spiele, sondern einfach den Kopf ausschalten und mich auf das Wesentliche konzentrieren.“ Nachsatz: „Und Gott sei Dank dieses Jahr abhaken und hinter mir lassen.“

Im Nationalteam zählt Maximilian Wöber zu den routinierten Spielern
© APA
Im Nationalteam zählt Maximilian Wöber zu den routinierten Spielern

Im Nationalteam zählt Wöber in Abwesenheit der langjährigen Führungsriege um Marko Arnautovic nun zu den routinierteren Kräften. Wie sich das Fehlen von Arnautovic, Alaba und Co. bemerkbar macht? „Seitdem Marko nicht mehr da ist, ist es auf alle Fälle ruhiger am Essenstisch – und es reden mehr Leute und nicht nur er“, lacht der Abwehrspieler und spricht von „unglaublichen Charakteren, mit denen wir viel erlebt und unglaubliche Siege gefeiert haben. Die fehlen sowohl am Platz als auch außerhalb.“

Dass sich eine neue Hierarchie entwickelt, sei jedoch ein automatischer Prozess: „Es war ja auch nicht so, dass Marko und David gesagt haben, hier geht es lang und das ist passiert, sondern es war immer eine große Gruppe an Spielern, die probiert hat, gemeinsam mit Ralf Rangnick die beste Entscheidung zu finden.“