Klaus J. Behrendt: Abschied von seiner Lebensrolle
Wieder ein Abgang beim „Tatort“: Für Klaus J. Behrendt ist nach 30 Jahren Schluss. Dietmar Bär bleibt dem Krimiformat erhalten.

Sie sind vermutlich Fluch und Segen gleichzeitig, diese lebenslangen Rollen, die sich vielleicht noch zu Beginn an einen anschmiegen, aber über die Jahre an einem kleben bleiben. Vielleicht fusioniert man auf irgendeine Art sogar miteinander. Irgendwann hat sich dann wohl auch für Schauspieler Klaus J. Behrendt die Frage gestellt: Klaus oder Max? Klaus hat sich für Klaus entschieden – gegen Max und somit aber auch gegen Freddy. Für die Lösung des Rätsels braucht es keinen Sherlock Holmes, nur einen regelmäßigen „Tatort“-Zuschauer: Max, Freddy und Köln. Ein Trio, das seit 30 Jahren eine Fixgröße im sich sonntäglich drehenden „Tatort“-Rad ist.
In den Team-Rankings belegen sie seit vielen Jahren die vordersten Plätze: Klaus Johannes Behrendt und Dietmar Bär sind die beiden Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk. Nach ihrem 100. gemeinsamen „Tatort“ gehen sie nun getrennte Wege, Behrendt gibt die Dienstwaffe ab, wie am Dienstag bekannt wurde. Endgültig Schluss ist dann mit der letzten Folge, die im Herbst 2027 zu sehen sein wird. Schwer vorstellbar, dass Max Ballauf seine Rolle klassisch in die Pension schickt. Wird es ein Abgang mit einem Big Bang? Auszuschließen ist das nicht.

Kleine und große Dramen
So oder so wird es ein harter Schlag für die „Tatort“-Community, denn während Thiel und Börne die Clowns in der Krimi-Manege sind, sind Ballauf und Schenk die Popcorn-Verkäufer – immer mittendrin im Publikum, in den kleinen und großen Lebenswelten, die kleine und große Dramen abwerfen. Ebensolche durchleben auch die beiden Kommissare: Schenk als liebender Familienvater mit rauer Schale, aber butterweichem Kern. Ballauf gibt den einsamen Wolf, beständig dem Liebesglück auf der Spur, das ihm fortwährend entwischt.
Privat läuft es da für den 66-Jährigen, der drei Kinder aus erster Ehe hat, und in zweiter Ehe verheiratet ist, deutlich runder: „Jetzt freue ich mich darauf, mehr Zeit für mich und meine Familie zu haben“, sagte Behrendt laut WDR zu seinem Abschied. Als Schauspieler will Behrendt, der anfänglich als Bergmechaniker unter Tage im Einsatz war, weiterhin tätig sein. Natürlich gab es über die Jahre auch abseits vom „Tatort“ Rollen für Behrendt, darunter eine als Bergmann, als Privatdetektiv und in der Serie „Kanzleramt“ sogar als Bundeskanzler. Doch Max Ballauf hat sie alle überstrahlt.
Bär bleibt in Köln an Bord
Zumindest in einer Sache bleiben Behrendt und Bär weiterhin ein Team: Über die Jahre haben sie gemeinsam mehrere Hilfsprojekte initiiert und werben für Hilfsorganisationen. Unter anderem unterstützen sie über den Berliner Verein „pro futura“ Jugendliche und Langzeitarbeitslose. Dietmar Bär hingegen, der bleibt dem „Tatort“ erhalten. Er lässt Max und Klaus ziehen, aber einer muss sich schließlich auch um Köln kümmern.
