Kündigungen: Letztes Asylquartier des Bundes in Kärnten schließt
Das Asylquartier in Ledenitzen wird mit 1. Oktober vorerst geschlossen und als Reserve bereitgehalten. Aufgrund niedriger Asylzahlen besteht aktuell kein Bedarf.

Für das Asylquartier in Ledenitzen endet mit 1. Oktober vorerst der Betrieb. Die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) stellt das Quartier still und hält es ab sofort als Reserve bereit.
Die letzten rund 40 Asylwerbenden, die Ende August noch dort untergebracht waren, wurden auf Einrichtungen in Salzburg, Nieder- und Oberösterreich verteilt. Grund sei der deutliche Rückgang bei den Asylzahlen, erklärt BBU-Kommunikationsleiter Thomas Fußnegger. Ausgelegt war das Quartier für bis zu 80 Personen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gekündigt
Von der Stilllegung betroffen sind auch 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Öffentlich Bedienstete sollen versetzt werden. Von einem Teil der Beschäftigten trennt sich die BBU. Für sie gibt es einen Sozialplan mit Einmalzahlungen.
Bereits im Februar 2025 hatte die Gemeinde Finkenstein parteiübergreifend eine Schließung des Asylquartiers gefordert. Begründet wurde die Forderung mit der wachsenden Unsicherheit in der Bevölkerung und damit, dass neben unbegleiteten Minderjährigen auch Erwachsene im Quartier untergebracht waren.
Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch begrüßt die Stilllegung: „Das ist der erste Schritt. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und unseren Anteil an der Quote erfüllt.“ Sein Ziel bleibe die endgültige Schließung.

Sollte der Bedarf wieder steigen, kann das Quartier allerdings erneut aktiviert werden. Das Gleiche gilt auch weiterhin für das Flüchtlingsquartier in Langauen, das kurz nach dem Attentat in Villach stillgelegt wurde.
Nach einem Höchststand von 34 Einrichtungen infolge des Ukrainekriegs betreibt die BBU laut Fußnegger österreichweit derzeit noch fünf. In Kärnten gibt es damit ab 1. Oktober kein aktives Bundesquartier mehr.