Junger Mann filmt Unfallopfer in Kärnten: „Geht jetzt auf TikTok live“
Ein 51-jähriger Villacher liegt nach einem E-Scooter-Sturz verletzt am Boden. Während sich Ersthelfer um ihn kümmern, sorgt ein Jugendlicher mit seinem Handy für Empörung.

Während ein schwerverletzter Mann bewusstlos auf dem Radweg lag und Ersthelfer sich um ihn kümmerten, soll ein junger Mann sein Handy gezückt haben. „Das geht jetzt auf TikTok live“, habe er laut einem Augenzeugen angekündigt. Der Vorfall auf der Ossiacher Zeile in Villach sorgt bei einem Helfer für Empörung.
Am vergangenen Sonntag, 20. September, stürzte gegen 10.30 Uhr ein 51-jähriger Villacher auf dem Radweg entlang der Ossiacher Zeile mit seinem E-Scooter. Der Mann erlitt schwere Kopfverletzungen und blieb bewusstlos liegen. Ersthelfer kümmerten sich um ihn. Nach der Versorgung durch den Notarzt wurde er mit dem Hubschrauber ins Klinikum Klagenfurt geflogen.
Mehrere Versuche, die Unfallstelle und das Opfer zu filmen
Einer der Augenzeugen war mit seinem Hund unterwegs und hatte den Sturz beobachtet. Während Ersthelfer die Rettung verständigten und sich um den Verletzten kümmerten, näherte sich laut dem Passanten der junge Mann mit erhobenem Handy. Ein weiterer Ersthelfer forderte ihn auf, zu gehen, auch der Passant schritt ein. Der Jugendliche entfernte sich zunächst, soll kurze Zeit später jedoch erneut versucht haben, die Unfallstelle zu filmen.
Das Erlebnis hat mich zutiefst schockiert.
— Augenzeuge
Für den Augenzeugen war damit eine Grenze überschritten: „Ein verletzter Mensch ist kein Mittel zur eigenen Reichweite, kein Inhalt und keine Gelegenheit zur Selbstdarstellung“, zeigt er sich erschüttert. „Dieses Erlebnis hat mich zutiefst schockiert. Es macht mich fassungslos, dass manche Menschen das Leid anderer für Aufmerksamkeit und Reichweite inszenieren.“
Landet eine solche Aufnahme eines Unfalls im Netz, kann das rechtliche Folgen haben. Das Fotografieren und Filmen an sich ist in Österreich zwar nicht verboten, für eine Veröffentlichung gelten jedoch strengere Regeln. Dass „Schaulustige“ bei Unfällen fotografieren oder filmen, kommt immer öfter vor und behindert Einsatzkräfte.