Neuer Betreiber: Grazer Morgentaugärten bleiben erhalten
Der Fortbestand der Selbsterntegärten stand auf der Kippe. Nun ist ein neuer Betreiber an Bord, Parzellen in Andritz und Mariatrost können ab sofort gemietet werden.

Gemüse anbauen und ernten, ohne einen eigenen Garten oder einen großen Balkon zu besitzen – das können Grazer in Gemeinschaftsgärten und seit 2018 in den Morgentaugärten. Drei dieser Flächen, auf denen Hobbygärtnern bei der Aussaat und dem Auspflanzen unter die Arme gegriffen wird, gab es im Stadtgebiet. Jene in Graz-Straßgang wurde 2026 aufgegeben, am Tannhofweg in Mariatrost und in der St. Veiterstraße in Andritz konnte aber heuer noch reichlich geerntet werden.
Nicht fix war allerdings lange Zeit, wie es nach der heurigen Saison weitergehen kann. Biopionier Christian Stadler hatte bereits Ende 2025 angekündigt, sich auf den Anbau und die Vermarktung von Demeter- und Biogemüse konzentrieren und die von ihm 2015 ins Leben gerufenen Morgentaugärten nur noch 2026 betreiben zu wollen. Zum Ende der Saison nun die gute Nachricht: Mit Christian Kienast wurde ein Nachfolger gefunden, der alle acht Morgentaugärten, die es in Österreich derzeit gibt, weiterführen möchte.
Parzellen für 2027
Kienast ist Mitbegründer der „Essbaren Gemeinde“ Kremsmünster und des Projekts „Essbare Region“. „Das Prinzip ‚ursprüngliches Gärtnern mit Erfolgsgarantie‘ finde ich großartig und freue mich schon auf die nächste Gartensaison“, so der Gartenprofi. Wer 2027 in einem der zwei Morgentaugärten in der steirischen Landeshauptstadt eigenes Gemüse ernten möchte, kann ab sofort Parzellen in der Größe von 20, 40 oder 60 Quadratmetern online buchen.
Die Betreiber gehen davon aus, dass auf einer 40 Quadratmeter großen Parzelle durchschnittlich 120 Kilo Biogemüse in der Saison geerntet werden können. Den Pflegeaufwand beziffert man mit rund 1,5 Stunden in der Woche. Die Flächen werden jeweils für eine Saison gebucht und bewirtschaftet, die jeweils von April bis Oktober dauert.