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19-jährige Kärntnerin hält Österreichischen Rekord im Gehen

Aus einer „komischen Bewegung“ wurde für Marlen Staudacher aus Möllbrücke die große sportliche Leidenschaft. Im Gehen ist sie eine Zukunftshoffnung.

Marlen Staudacher ist im U20-Elitekader
© Dominik Angerer
Marlen Staudacher ist im U20-Elitekader
Camilla Kleinsasser
Redakteurin Regionalredaktion Oberkärnten & Osttirol

In der Geschichte der U20-Leichtathletik-Weltmeisterschaft war Österreich im Bahngehen 40 Jahre lang nie dabei. Dann kam Marlen Staudacher aus Möllbrücke. Über die 5000 Meter gab sie in Eugene (USA) bei hitzebedingt schwierigen Voraussetzungen eine große Talentprobe ab. International wurde sie 31., verbesserte mit einer Zeit von 24:14,12 Minuten allerdings den Österreichischen Rekord deutlich und das bei ihrem ersten internationalen Rennen!

„Dass ich an einer WM teilnehme, hätte im Frühjahr noch keiner geglaubt. Ich wollte diese Chance nutzen“, sagt die 19-Jährige. Schließlich hat sie erst im Oktober 2024 richtig mit dem Training begonnen. Sie war fleißig, entwickelte sich rasch weiter und wurde nach Erbringung des Limits über den U20-Elitekader des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV) als einzige Bahngeherin zur WM entsendet.

Wie sie zu dieser Randsportart kam? Ganz einfach: über die Olympischen Spiele im Fernsehen. „Ich habe mir gedacht: Das ist ja eine komische Bewegung. Aber es hat mich total fasziniert. Bei der EM in München 2022 war ich als Zuschauerin dabei. Das hat mich zusätzlich beflügelt. Als Sportlerin ist das jetzt noch einmal eine ganz andere Perspektive“, schwärmt Staudacher. Der Anfang war ganz unbedarft, wie schwer konnte Gehen schon sein? Doch die Technik hat es in sich, wie die Drautalerin schnell merkte: „Ein Fuß muss beim Gehen immer am Boden und das Knie beim Auftreten durchgestreckt sein. Darauf schauen die Richter. Die Rotation aus der Hüfte gibt das Tempo vor und dafür habe ich anscheinend Talent.“

Staudachers großes Ziel: die Olympischen Spiele 2032
© KK/Staudacher
Staudachers großes Ziel: die Olympischen Spiele 2032

Sponsoren gesucht

Vorteilhaft war auch ihre sportliche Vorgeschichte im Bereich Hindernis-, Trail- und Berglauf beim LAC Klagenfurt. Heute schaut der Nachwuchs zu ihr auf: „Das macht schon ein bisschen stolz“, sagt Staudacher. Sechs Mal die Woche trainiert sie nun: „Mein Trainer, Alex Maier, ist in Wien. Er erstellt mir Trainingspläne, die ich dann abarbeite. Wir sehen uns bei Trainingslagern und er ist bei allen Wettkämpfen dabei. Dafür möchte ich mich bedanken. Ebenso beim Olympiazentrum Klagenfurt, wo ich das Krafttraining machen und das Laufband nutzen kann und bei allen die mich bisher unterstützt haben, Günther Gasper vom LAC, Gabi Schwarz vom ÖLV und bei meiner Familie, ganz besonders bei meiner Mama Anja“, betont Staudacher. Zuhause trainiert sie öfter im Bereich Drauhofen. „Da kennen mich die Leute jetzt schon“, sagt sie schmunzelnd. Am Anfang habe es ob der „komischen Bewegung“ doch auch einige komische Blicke gegeben.

Staudachers großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2032 in Australien. Im Oktober steht aber erstmal ein Zehn-Kilometer-Straßenrennen in Deutschland auf dem Plan, mit dem Ziel das EM-Limit für die U23-EM kommendes Jahr abzuhaken. „Wenn das gut läuft, würde ich am 20. Dezember in Dublin über die Halbmarathondistanz antreten, um zu schauen, wo ich stehe.“ Diese Distanz ist nämlich olympisch. Da das alles auch mit Kosten verbunden ist, würde sich Marlen Staudacher über Sponsoren freuen.