„Es gibt nicht den einen Lift, sondern es sind viele Stiegen zu nehmen“
Raphael Herburger (37) spielt seine neunte Saison beim KAC. Wer sein VSV-„Liebling“ ist, verriet er vor dem heutigen Derby.
Der Blick auf die Frage: Was war der schlimmste Spruch, den Sie sich von einem VSV-Spieler anhören mussten? sprach Bände. „Der Pyramidenkogelturm ist blau!“ Es folgte ein promptes Lächeln, „denn heute wird es nicht der Fall sein. Wir werden echtes KAC-Hockey spielen und nach den ersten zwei Ligasiegen weiterhin anschreiben“, weiß Routinier Raphael Herburger genau, worauf es ankommt. Eine Kampfansage aus seinem Mund gibt es keine, ganz im Gegenteil: „Wir schätzen den Gegner sehr. Villach hat eine Supertruppe, sie haben zuletzt sehr schwierige Tage überstanden und wir erwarten sie als gefährlich. Wir werden sie nicht unterschätzen und mit unserem besten Trash-Talker Thimo Nickl, der vorher Sprüche locker macht, wird das gut hinhauen. Es kribbelt schon.“
Eigentlich ist Herburger der Typ, der sich nicht auf Provokationen einlässt, „wobei es mal passieren kann, dass ich heißlaufe. Es kann bei Kleinigkeiten passieren oder bei Schiedsrichter-Entscheidungen. Aber ich bin mit den Jahren sicher ruhiger geworden.“ Angesprochen auf Foul-Simulationen, will er niemanden „etwas unterstellen, aber ich würde mich auf Thomas Vallant (Anm.: er fehlt im Derby) festlegen.“

Der Vorarlberger hat seinen ganz bestimmten „Spezi“ bei den Adlern. Die Rede ist von Keeper René Swette (“er nervt mich nur, weil er das falsche Trikot anhat“). Die beiden verbindet eine lange Vergangenheit, was umgerechnet 25 Jahre bedeutet – zudem haben sie vier Jahre in einer Wohnung zusammengelebt. Swette wäre es auch, den Herburger vom VSV direkt zum KAC holen würde - „wobei wir natürlich schon zwei ganz starke Goalies haben“.
Der 37-Jährige spielt heuer seine neunte Saison bei den Rotjacken und er ist seiner Aussage zufolge, „noch lange nicht müde. Den Vierer vorne kann ich mir gut vorstellen, da es mir körperlich gut geht und ich mich im Team extrem wohlfühle.“ In seinen vielen Eishockeyjahren hat er alle Höhen und Tiefen miterlebt. Insofern erzählt er, „dass es nicht nur bergauf gehen kann. Es gibt nicht den einen Lift, sondern es sind viele Stiegen zu nehmen. Es war teils sehr anstrengend, aber es gab viele sehr schöne Momente. Das Negative macht mich nur stärker.“