Murtaler Radwerkstatt freut sich über doppelten Lehrerfolg
Zwei Lehrabschlüsse in der Tasche: Alexander Paulitsch hat seine Ausbildung bei der Radwerkstatt Willibald abgeschlossen, die den Lehrberuf Fahrradmechatroniker vor sechs Jahren überhaupt erst angestoßen hat.

Grund zu feiern gibt es bei der Radwerkstatt Willibald in Knittelfeld: Lehrling Alexander Paulitsch aus Obdach hat seine doppelte Ausbildung abgeschlossen. Seit Freitag hat der 20-Jährige damit gleich zwei Lehrabschlussprüfungen in der Tasche, er ist sowohl Fahrradmechatroniker als auch Einzelhandelskaufmann mit Schwerpunkt Sportartikel. Damit zählt der junge Murtaler zu den wenigen Facharbeitern, die die Doppellehre erfolgreich absolviert haben.
Für seinen Lehrbetrieb ist das ein besonderer Erfolg: „Für uns schließt sich ein Kreislauf“, freut sich Chefin Jasmin Willibald. Schon 2019 setzte sich die Radwerkstatt gemeinsam mit Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk dafür ein, eine zeitgemäße Ausbildung für Fahrradmechaniker wieder auf den Weg zu bringen. „Damals gab es keinen eigenen Lehrberuf für jene Fachkräfte, die Fahrräder und E-Bikes professionell warten und reparieren“, erzählt Willibald. Einer der letzten ausgebildeten Fahrradtechniker (so hieß der Lehrberuf einst) war Firmengründer Bernd Willibald selbst.
Lehrzeit von vier Jahren
Den Lehrberuf gab es danach für viele Jahre nicht mehr. „Wir brauchen ihn aber unbedingt“, waren sich Bernd und Jasmin Willibald einig. Ihre Initiative hat die gesamte Fahrradbranche nachhaltig beeinflusst, Fahrradmechatroniker ist seit 2020 wieder ein offizieller Lehrberuf in Österreich. „Sechs Jahre später hat nun der erste Lehrling aus dem eigenen Betrieb genau diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen – und noch dazu als Doppellehre mit einer Lehrzeit von vier Jahren“, freut sich die Chefin.

Als Betrieb bildet man bewusst in beiden Bereichen aus: „Ein guter Fahrradverkäufer soll verstehen, was technisch hinter einem Fahrrad steckt und im besten Fall auch selbst Hand anlegen können.“ Zusätzlich zur Arbeit in der Werkstatt lernte Alexander in den vergangenen Jahren auch Beratung, Produktwissen und den richtigen Umgang mit Kundinnen und Kunden.
Der Obdacher bleibt seinem Lehrbetrieb als Facharbeiter erhalten. „Alexanders Abschluss ist wirklich ein besonderer Moment in unserer Firmengeschichte. Es ist ein toller persönlicher Erfolg für ihn, aber auch ein Erfolg für uns.“ Aus dem Einsatz für einen neuen Lehrberuf wurde wenige Jahre später der erste selbst ausgebildete Facharbeiter dieser neuen Generation. In der Steiermark haben in den vergangen Jahren übrigens bereits rund zehn Jugendliche die neue Lehre absolviert.