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Maroni werfen sich heuer in Graz um 4,50 Euro in Schale

Im Grazer Zentrum haben die Maronibrater losgelegt. Zwischen Inflation und gestiegenen Treibstoffkosten verlangen die meisten fürs Vierterl um 30 Cent mehr. Was die Hitze aktuell bewirkt – und langfristig.

Raue Schaler, gschmackiger Kern
© Saria
Raue Schaler, gschmackiger Kern
Michael Saria
Redakteur Steiermark-Ressort | Graz

Nicht schlecht, wenn man beim gschmackigen Hauptgang in lustiger Gesellschaft schon weiß, dass sich auch die Nachspeise sehen lassen kann, oder? So in etwa ergeht es alljährlich vielen Besucherinnen und Besuchern beim „Aufsteirern“: Denn zwischen Tracht und Trubel in der Grazer Innenstadt starten auch die Maronibrater traditionellerweise in die neue Saison, um in den Wochen danach für Feinspitze die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Also haben sie auch am vergangenen Wochenende losgelegt – inklusive mancher Neuerungen.

Die auffälligste Änderung steht erwartungsgemäß auf den kleinen Kreidetafeln: So verlangen manche Standler so wie im Vorjahr 4,20 Euro fürs Vierterl Maroni, es gibt auch ganz vereinzelt 4-Euro-Ausreißer nach unten – die meisten indes verlangen heuer 4,50 Euro und somit um 30 Cent mehr als im Vorjahr. Auch heuer würde man somit nur einen Bruchteil jener Kosten weitergeben, die für sie selbst zuletzt immens gestiegen sind, betont Cvetka Stockinger stellvertretend: „Wir haben die Inflation, alles wird teurer. Was ich momentan allein an der Tankstelle bezahle!“, betont sie.

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Cvetka Stockinger mit ihrem Mitarbeiter Agron am Eisernen Tor
Cvetka Stockinger mit ihrem Mitarbeiter Agron am Eisernen Tor © Saria

„Zum Glück verstehen das die meisten Kunden eh, außerdem wird‘s durch unseren Sammelpass letztlich auch günstiger. Und das ist einmal ein erstes Marktsignal. Ich habe drei Lieferanten aus verschiedenen italienischen Regionen, schauen wir, wie sich der Herbst entwickelt“, fährt Stockinger fort. Als „Maronessa“ betreibt Stockinger sowohl am Eisernen Tor als auch neben der Hauptbrücke einen Stand.

„Es war zu heiß“

Würden diese vom Ansturm auf das Aufsteirern-Fest förmlich überrollt? Stockinger wiegt den Kopf hin und her. „Es war eine gute Stimmung, das Geschäft hat auch gepasst. Aber für die Maroni war das Wetter einfach zu schön, es war zu heiß.“ Das unterstreicht auch Adam Druzkowski, der für die Firma „Bulian“ auf dem Grazer Hauptplatz das Feuer unterm Kessel entzündet – ebenfalls für 4,50 Euro das Vierterl: Bei derartigen Tagestemperaturen würde der Gusto auf Maroni ein wenig leiden, „heute ist es schon eine Spur besser“, meint Druzkowski an diesem Montag.

Wir verkaufen aktuell die erste heurige Ware. Sie ist eine Spur kleiner ausgefallen, aber dafür vom Geschmack her wahnsinnig intensiv.

— Cvetka Stockinger

Überhaupt werde der Klimawandel die Branche langfristig verändern und mit der Erntezeit wohl auch die Verkaufssaison verschieben. „Wir verkaufen aktuell die erste heurige Ware. Sie ist eine Spur kleiner ausgefallen, aber dafür vom Geschmack her wahnsinnig intensiv“, so „Maronessa“ Stockinger.