Nur jede dritte Website weststeirischer Unternehmen ist zeitgemäß
Die Bad Schwanberger Webagentur Swiftgreen hat die Websites von rund 2700 Betrieben aus den Bezirken Deutschlandsberg und Voitsberg untersucht und gibt Tipps, worauf es ankommt.
Dass unsere Welt sich vor allem in puncto Handel und Informationsbeschaffung immer mehr in das Internet verlagert, betrifft auch Unternehmen. Die Bad Schwanberger Webagentur Swiftgreen hat deshalb mit einem Digitalreport, der künftig jährlich erscheint, geprüft, wie zeitgemäß die Websites von rund 2700 Firmen aus den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg sind. Falls sie denn eine haben – denn rund ein Viertel der Betriebe hatte keinen Webauftritt.
Wie eruiert man, ob Websites zeitgemäß sind? Die Agentur legte sechs Punkte fest, die „längst Standard sein sollten“: sichere Verbindung, Handytauglichkeit, eine Ladezeit unter 2,5 Sekunden, ein auffindbares Impressum, eine Datenschutzerklärung und Barrierefreiheit. An mindestens einem Punkt scheitern zwei von drei weststeirischen Unternehmen.

Fehlende Barrierefreiheit ist ein Problem
Die größte Baustelle ist die Barrierefreiheit, also ob etwa Menschen mit Seh- oder Höreinschränkungen die Website nutzen können. 37 Prozent der Seiten hatten kritische Hürden, zum Beispiel Knöpfe ohne Beschriftung, Bilder ohne hinterlegten Text oder Seiten, die sich am Handy nicht vergrößern lassen. Auf zwei von drei Websites war außerdem die Schrift zu blass. „Das trifft nicht nur Menschen mit Sehschwäche, sondern jeden, der bei Sonne aufs Handy schaut – und mehr als jeder vierte Steirer ist über 60“, sagt Karlheinz Levounigg von Swiftgreen.
725 der untersuchten Betriebe hatten bei Google außerdem keine Website hinterlegt, darunter viele Händler, Gastronomiebetriebe sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Für Stammkunden, die die Firmen ohnehin aufsuchen, sei das kein Problem, „aber wer von außerhalb sucht, vergleicht und bucht, findet diese Betriebe nicht“, erklärt Levounigg. „Da wird Umsatz liegen gelassen.“
Bei fehlendem Impressum drohen Strafen
Sogar rechtliche Konsequenzen können Versäumnisse nach sich ziehen. So hatten 15 Prozent der untersuchten Seiten kein auffindbares Impressum. Das sei aber Vorschrift, Behörden könnten dafür bis zu 3000 Euro verhängen, berichtet Levounigg. 22 Prozent der Betriebe hatten auf ihren Seiten keine Datenschutzerklärung, jede vierte Seite lädt Werbe- oder Analysedienste, bevor User zustimmen konnten. Vor wenigen Jahren rollte genau deshalb eine Forderungswelle durch Österreich. „Das ist aber kein Grund zur Panik. Die meisten dieser Probleme sind an einem Nachmittag behoben“, beruhigt Levounigg.
Namen von Betrieben werden in dem Report selbstverständlich nicht genannt. Unternehmen, die sich aber für ihre Ergebnisse interessieren, können sich kostenlos an kontakt@swiftgreen.at wenden. Auch einige Tipps, wie man überprüfen kann, ob eine Website zeitgemäß ist, gibt die Agentur gleich mit: Wenn man die Seite auf dem Handy öffnet, sollte man nicht zoomen oder scrollen müssen, um etwas zu sehen. Lädt die Seite nicht innerhalb von drei Sekunden, springen viele Besucher schon wieder ab. Impressum und Datenschutzerklärung sollte man innerhalb von zehn Sekunden finden. Und: Steht ganz unten auf der Seite eine nicht aktuelle Jahreszahl, sehen Besucher gleich, dass die Website lange nicht aktualisiert wurde.