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Vogelverein aus Deutsch-Griffen bekämpft den Borkenkäfer

Die Gemeinde Deutsch-Griffen hat einen Vogelverein. Seit 1995 setzen sich die Mitglieder für die Umwelt, den Kampf gegen Schädlinge und das Wohl der gefiederten Freunde ein.

Fünf erwachsene Personen stehen im Freien und zwei von ihnen haben Vogelhäuser in den Händen
© 1. Kärntner Vogelschutzgemeinde Deutsch-Griffen
Bild vom Bauernmarkt in Deutsch-Griffen mit Gewinnern des Knobelspiels: Werner Tamegger, zwei Gewinner eines Gewinnspiels, Sarah Reiner und Harald Huber (von links)
Dorian Wiedergut
Redakteur Regionalredaktion St. Veit/Feldkirchen

Alles begann im Jahr 1995 mit Nistkästen. Inzwischen hat sich der Verein namens „1. Kärntner Vogelschutzgemeinde Deutsch-Griffen“ zu einer wichtigen Stütze für die Natur entwickelt. Zum Schulstart machte der Verein auch eine Informationsveranstaltung in der Volksschule Deutsch-Griffen.

Dass es überhaupt zu einem Verein gekommen ist, ist dem bereits verstorbenen Gottfried Topf zu verdanken, der nach dem Waldschutzkonzept von Otto Henze gearbeitet hat. Das Hauptaugenmerk wird bei diesem Konzept auf Winterfütterung und Nistkästen gelegt und die Devise lautet: statt des Chemieeinsatzes Förderung höhlenbrütender Vogelarten gegen Waldverderber aus der Insektenwelt. Der Vogelschutz- und Naturschutzgedanke steht im Vordergrund. „Im gesamten Gemeindegebiet wurden anschließend mit Unterstützung der Bevölkerung zu Beginn zahlreiche Nistkästen ausgegeben und montiert“, erinnert sich Obmann Werner Tamegger. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der sich durch Mitgliedsbeiträge, Subventionen und Spenden finanziert.“

Die Reinigung einer Nisthöhle mit verlassenem Gelege
© 1. Kärntner Vogelschutzgemeinde Deutsch-Griffen
Die Reinigung einer Nisthöhle mit verlassenem Gelege

Der Verein engagiert sich stark im Kampf gegen einen bekannten Feind der Wälder: den Borkenkäfer. Durch den Klimawandel haben Schädlinge wie er günstigere Bedingungen, sich zu vermehren. „Durch das Anbringen von speziellen Nisthöhlen und sinnvoller Winterfütterung sollen die Waldvögel als wichtige Helfer bei der Schädlingsbekämpfung sesshaft gemacht werden, deren Population gestärkt und die Biodiversität erhalten bleiben.“ Vor allem profitieren höhlenbrütende Singvogelarten, wie Meisen, Kleiber, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Rotkehlchen vom Konzept – natürlich haben aber auch noch weitere Vögel etwas davon.

Wir möchten aktiven Naturschutz praktizieren und ein Beispiel zur Nachahmung für das ganze Land geben.

— Sarah Reiner, Schriftführerin

Momentan besteht eine Zusammenarbeit mit der Volksschule Deutsch-Griffen. Beim Projekt „gesunder Wald“ stehen Aktivitäten über das gesamte Schuljahr am Programm. Dazu zählen Lehrausgang, Informationsveranstaltung, die Bestimmung von Vogelarten am Futterhaus und Fütterungstipps, die Teilnahme bei der Vogelzählung von Birdlife oder der Nistkastenbau. „Wir möchten das Projekt mit der Volksschule in den nächsten Jahren weiterführen und somit die Bevölkerung wieder mehr involvieren und aktivieren. Weiters ist geplant, Workshoptermine für den Nistkastenbau anzubieten“, erklärt Schriftführerin Sarah Reiner und verkündet: „Wir möchten aktiven Naturschutz praktizieren und ein Beispiel zur Nachahmung für das ganze Land geben.“

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der sich durch Mitgliedsbeiträge, Subventionen und Spenden finanziert.

— Werner Tamegger, Obmann

Momentan umfasst der Verein rund 50 Mitglieder. Die meisten sind im Gemeindegebiet von Deutsch-Griffen zu Hause. Es gibt jedoch noch weitere, auch unterstützende Mitglieder, im gesamten Bezirk St. Veit, Feldkirchen, Salzburg und sogar Deutschland. „Neue aktive oder unterstützende Mitglieder sind herzlich willkommen“, sagt die Schriftführerin.