Denkmalgeschützte Mühle in Graz wird saniert und ausgebaut
Nach jahrelangen Vorarbeiten fand nun der Spatenstich in der Körösistraße statt: Die Rottalmühle wird denkmalgerecht saniert und erhält einen modernen Zubau.

Wie es mit der 2014 stillgelegten Rösselmühle im Grazer Bezirk Gries weitergehen wird, ist derzeit noch offen. Ein anderes ehemaliges Mühlengebäude in der Stadt wird nun hingegen tatsächlich wachgeküsst. Die denkmalgeschützte Rottalmühle in der Körösistraße wird revitalisiert. In einem angeschlossenen Neubau entstehen Wohnungen. Vergangene Woche luden die Bauträger Top Living und Wesiak Group zum Spatenstich.
2022 berichtete die Kleine Zeitung erstmals darüber, dass das Gebäude in ein Wohnbauprojekt integriert werden soll. Eine heftige Krise am Immobilienmarkt später präsentierten die Bauträger dann Ende 2025 die Entwürfe des Grazer Architekturbüros Gangoly & Kristiner. Nachdem mehr als 50 Prozent der Wohnungen bereits verkauft sind, wird nun tatsächlich gebaut. An den Dimensionen des Neubaus hat sich in den letzten Monaten nichts geändert, wie Stefan Klauber von der Wesiak Group bestätigt: Das neue Wohngebäude wird sieben Stockwerke hoch, 18 Wohnungen finden darin Platz. Spätestens Anfang 2028 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Herausforderung Denkmalschutz
Nutzung des Altbaus noch offen
Der seit 2017 unter Denkmalschutz stehende Altbau mit seinem markanten Schopfwalmdach bleibt erhalten, ebenso die Fassade des angeschlossenen Werkstättengebäudes. Nach wie vor offen ist derzeit allerdings, wer in die historischen Mauern einziehen wird. Für die Nutzung des Erdgeschosses sei man mit einer Bäckerei im Gespräch, ein Café sei denkbar, hieß es im Vorjahr. Einen Mieter oder Käufer kann man für die insgesamt rund 350 Quadratmeter großen Flächen nach wie vor nicht präsentieren. „Es gibt konkrete Gespräche“, unterstreicht Klauber jedoch. Das Gebäude punktet mit einer großen durchgängigen Erdgeschossfläche, großen Raumhöhen in den oberen Stockwerken und historischem Flair. Die kleinen Fenster in den oberen Stockwerken stellen bei der Suche nach künftigen Nutzern jedoch eine Herausforderung dar.
Sollte wieder ein Unternehmen in die ehemalige Mühle einziehen, deren Anfänge vierhundert Jahre zurückliegen, wird damit die Wirtschaftsgeschichte des Viertels weitergeschrieben – wenn auch ohne Wasserkraft. Die Rottalmühle, die im Lauf der Geschichte mehrfach ihren Namen wechselte, wurde bis 1905 mit Wasserkraft betrieben. Dasselbe gilt für eine ehemalige Papiermühle und eine ehemalige Nagelschmiede in der Körösistraße. Die Betriebe lagen am linken Mühlgang. Dieser Arm des Mühlgangs wurde in den 1970er-Jahren aufgelassen und in der Folge zugeschüttet.