Fabian Schubert: „Ich hab‘ ihnen gepredigt, dass es ein ekelhafter Fußball wird“
Der Völkermarkter Fabian Schubert (32) schoss Voitsberg beim 2:0-Sieg in der 2. Liga zum ersten Saison-Heimsieg.

Zweimal getroffen, 2:0 gewonnen – wie fühlt sich dieser erste Heimsieg in der 2. Liga an?
FABIAN SCHUBERT: Fast etwas speziell. Wir waren zuletzt mit guten Leistungen über 70 Minuten nahe dran, haben es aber unnötig aus der Hand gegeben. Auch gegen Salzburg hätten wir viel früher alles klar machen können. Für mich ist es aber auch selbstverständlich, dass junge Spieler, die in der 2. Liga noch nicht getroffen haben, irgendwann zu denken beginnen und es nicht ganz so leicht von der Hand geht. Ich bin froh, dass wir vor der Länderspielpause voll angeschrieben haben – das war der richtige Moment dafür. Und es bringt etwas Ruhe rein.
Sie haben in der Regionalliga 43 Tore geschossen, derzeit sind es fünf. Was macht so eine Tatsache mit einem?
Ich wollte als ganz kleiner Bub immer Tore schießen. Mir war es aber nie wichtig, irgendwo aufzuscheinen – ich hatte einfach Spaß beim Einnetzen. Doch wieder die 33 Tore wie damals bei BW Linz oder letzte Saison die 43 zu wiederholen, ist unrealistisch. Das wird es so nicht mehr geben. Ich will helfen, den Verein zu stabilisieren, den Jungen meinen Erfahrungsschatz mitgeben und versuche, als Stürmer so viele Tore wie möglich zu schießen.
Wie schnell habt ihr gemerkt, dass in der 2. Liga jeder Punkt hart erarbeitet werden muss?
Ich habe den Jungs letzte Saison gepredigt, dass es ein ekelhafter Fußball wird, da viele nur mit hohen Bällen agieren. Ich kann mich gut in ihre Köpfe hineinversetzen, weil ich selbst alles erlebt habe. Nur das eine ist, etwas gesagt zu bekommen, und das andere, es selbst zu fühlen. Wir haben ein gutes Team, uns unterlaufen aber noch zu viele Leichtsinnsfehler, die bestraft werden. Ich hoffe, sie sehen es als Verarbeitungsprozess und werden daraus schlauer. Eine Standortbestimmung in der 2. Liga ist immer schwierig, da man jeden schlagen kann. Daher heißt es: so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Dann kann man sich auch die Auslage schießen.
Sie sind auch ein Lautsprecher in der Kabine. Wie stellt man sich das vor?
Im Moment bin ich derjenige, von dem sie sich viel anhören, und ich kommuniziere viel. Ich kann auch rauer werden, was hin und wieder nötig ist, aber ich versuche, in gewisser Hinsicht Moderator zu sein. Ein bisschen Ordnung muss schon sein.