WAC-Keeper Lukas Gütlbauer feiert auswärts eine „Heimpremiere“
WAC-Keeper Lukas Gütlbauer (25) wurde in Ried ausgebildet, lief aber noch nie als „Einser“ in der Liga dort auf. Heute (14.30 Uhr, Sky) ist es so weit.
Im Juli 2014 wechselte der damals 13-jährige Lukas Gütlbauer von Kremsmünster in die Nachwuchsabteilung der SV Ried. Im Innkreis hatte man das Talent des Torhüters früh erkannt, investierte in den Oberösterreicher, ließ ihn geduldig heranwachsen. Den Schritt zum Einser-Keeper hat er dort allerdings nie gemacht, bestritt lediglich ein Pflichtspiel in Altach für die „Wikinger“. Und nachdem er 2022 als Leihspieler mit dem FAC fast in die Bundesliga aufgestiegen wäre, klopfte der WAC an, läutete damit einen Umbruch im eigenen Tor ein.
Vier Jahre später hat das Warten auf das volle Vertrauen ein Ende, Gütlbauer ist seit dem Abgang von Nik Polster, der zuletzt mit Nijmegen (NED) in der Europa League gegen Juventus Turin eine 0:5-Klatsche mitzuverantworten hatte, der „Einser“ im Lavanttal. Und mit dem letzten Auftritt vor der Länderspielpause in Ried schließt sich für Gütlbauer auch ein Kreis. Erstmals wird er in der Bundesliga dort im Tor stehen, wo alles begann. „Es ist immer besonders, beim Ex-Klub zu spielen. Man will sich zeigen, den Leuten beweisen, dass die Entscheidung des Wechsels richtig war“, sagt Gütlbauer, der auf Unterstützung aus dem privaten Umfeld zählen kann. Einmal war er dort bereits zwischen den WAC-Pfosten, beim 2:1 im Cup (2. Runde) 2023.
WAC gegen Ried
Ewige Bilanz: 38 Spiele, 14 Siege, elf Remis, 13 Pleiten.
Höchste Siege: Ried 5:0 (2001) in Wolfsberg, WAC 4:0 (2021) in Ried.
Aktuelle Serie: Ried gewann das letzte Duell 2:1 im Play-off der Qualigruppe 2026.
Zeit für Nostalgie bleibt aktuell aber nicht, immerhin wollen die Lavanttaler nach dem 3:0 über Austria Wien in der ersten Runde endlich Saison-„Dreier“ Nummer zwei und auch die Serie von zwei Niederlagen zuletzt vergessen machen. „Ried hat sich spielerisch zuletzt stark verbessert, ist auch im Umschalten gut“, weiß Gütlbauer, der auch klare Gründe dafür ortet, wieso trotz schwungvollem Start samt guter Stimmung nun etwas der Wurm drinnen ist: „Wir haben die Standards schlecht verteidigt und daraus auch vier Tore in zwei Partien erhalten. Das geht so nicht, darauf haben wir uns eingestellt und auch etwas umgestellt.“
Weshalb auch die persönliche Bilanz ausbaufähig aussieht. Acht Gegentreffer hagelte es in den bisherigen vier Saisoneinsätzen, allein sechs zuletzt gegen LASK (1:3) und Rapid (0:3). Wobei Gütlbauer selbst keine schlechte Figur abgab: „Es macht Spaß und Lust auf mehr, ich konnte mich sicher schon gut zeigen und freue mich auf viele coole Spiele, die sicher noch kommen werden.“
Ein wichtiger Mann kehrt in der Abwehr zurück
Heute darf er vor sich wieder auf Innenverteidiger Raffael Behounek zählen, der zuletzt angeschlagen gefehlt hatte. Gegen die kompakten und im Umschaltspiel starken Rieder wird eine geordnete Defensive auch wichtig, weiß der Keeper: „In dem Stadion, bei der Atmosphäre in Rückstand zu geraten, ist ungut. Zudem wollen wir immer zu Null spielen, denn dann hat man immer einen Punkt sicher in der Tasche.“ Wenn das aufgeht, gilt nur mehr: „Wir müssen wieder öfter treffen.“