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„Noch kann nicht alles funktionieren!“ Woran der GAK nun arbeitet

In der Länderspielpause wartet auf Gerald Scheiblehner genügend Arbeit, aber zuerst stehen die Menschen beim GAK im Mittelpunkt.

Jacob Italiano traf bei seinem ersten Startelf-Einsatz der Saison
© GEPA
Jacob Italiano traf bei seinem ersten Startelf-Einsatz der Saison

Trockener Humor hilft mitunter, eine Message charmant zu transportieren. „Wir sind zu schlecht, um Spieler ins Nationalteam zu geben“, erklärt GAK-Trainer Gerald Scheiblehner angesichts der anstehenden Länderspielpause, „wir haben mit Jacob Italiano nur einen Teamspieler, der fliegt zu den Kängurus, alle anderen bleiben da. Wenn wir so weiterspielen, hoffe ich, dass wir einmal zwei, drei wegschicken können. Momentan sind zu viele da, das spricht nicht für uns.“

Ein Schmunzeln der Zuhörerschaft war dem Oberösterreicher sicher, denn ernsthaften Vorwurf macht den Rotjacken niemand, dass sich die Zahl der Kandidaten  für diverse Nationalmannschaften aktuell in sehr engen Grenzen hält. Gleichzeitig kann man die Worte des 49-Jährigen so interpretieren, dass es genügend zu tun gibt. Nun drei Wochen ungestört mit dem nahezu kompletten Kader arbeiten zu können, kommt gerade wenn man noch relativ frisch im Amt ist, keineswegs ungelegen.

Die WM war der beste Moment meines Lebens. Du bist in Amerika und denkst, du bist am Gipfel der Welt und dann kommt die Verletzung.

— Jacob Italiano

Verzichten muss Scheiblehner lediglich auf Italiano, der beim 2:2 gegen Austria Wien erstmals in dieser Saison in der Startelf stand und sich gleich in die Schützenliste eintrug. „Ich habe vom Trainer mitbekommen, in der Box zu sein, immer bereit, ein Tor zu machen“, strahlt der 25-Jährige, der sein bisheriges Jahr als Achterbahn bezeichnet. Bei der WM-Teilnahme mit Australien hat er sich eine Muskelverletzung zugezogen, wegen der er den Saisonstart verpasste.

„Die WM war der beste Moment meines Lebens. Du bist in Amerika und denkst, du bist am Gipfel der Welt und dann kommt die Verletzung. Aber das ist der Fußball, das ist das Leben“, meint Italiano und verdeutlicht, dass er stets versucht habe, positiv zu bleiben.“ Am Tag nach dem Austria-Spiel stand bereits der Flug in seine Heimat an, wo zwei Länderspiele gegen niemand Geringeren als Brasilien warten.

Laut Gerald Scheiblehner kann noch gar nicht alles funktionieren
© APA
Laut Gerald Scheiblehner kann noch gar nicht alles funktionieren

„Von Jacob bekommen wir nicht nur viel Tempo, sondern einen sehr guten Fußballer mit gutem Instinkt für Räume, außerdem einen guten Typen für die Mannschaft“, freut sich Scheiblehner, dass sich Italiano nach seiner Verletzungspause belohnen konnte. Die ersten vier Pflichtspiele unter seiner Anleitung hat der GAK ungeschlagen überstanden. Da lässt ein zufriedenstellendes Zwischenfazit zu. „Noch kann nicht alles funktionieren. Wir haben viele Dinge, die schon gut klappen, und einige Dinge, an denen wir noch arbeiten müssen“, unterstreicht der Chefcoach.

Gerade um jene intensive Spielweise 90 Minuten lang so auf den Platz zu bringen, wie Scheiblehner sich das vorstellt, würde es Zeit brauchen: „So etwas erarbeitet man sich nicht in Wochen, sondern das dauert Monate.“ Trotzdem sei es auch in der jetzigen Phase wichtig, zu punkten und Begeisterung bei den Fans auszulösen.

Nach dem Training am Montag grillt das Trainerteam für die Mannschaft, das Betreuerteam, den Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

— Gerald Scheiblehner

Ein gutes internes Klima ist zudem an jedem Arbeitsplatz wichtig. Also möchte Scheiblehner in der Länderspielpause nicht nur mit der Mannschaft schuften, sondern auch Zeit für die Menschen beim GAK haben. Während die Spieler frei haben, verbringt das Trainerteam den Sonntag gemeinsam. „Nach dem Training am Montag grillt das Trainerteam für die Mannschaft, das Betreuerteam, den Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Scheiblehner.

Nach Trainings am Dienstag und Mittwoch bekommt das Team vier Tage frei. „Danach haben wir von Montag weg durchgehend die ganze Woche Training. Es ist besser, wenn die Spieler zu Hause viel schlafen, denn das wird ganz schön anstrengend“, kündigt Scheiblehner an. Es gibt ja auch genug zu tun.