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Drohnen-Explosion: Moldau verurteilt Verletzung seines Luftraums

Ein Vorfall löste am Freitag eine Explosion nahe der Hauptstadt Chisinau aus. Schon in der Woche davor hatte eine russische Drohne für Probleme gesorgt.

Moldau grenzt im Norden und Osten an die Ukraine
© IMAGO/STR
Moldau grenzt im Norden und Osten an die Ukraine

Moldau hat die Verletzung seines Luftraums durch eine Drohne als „inakzeptabel“ verurteilt. Der Vorfall vom Freitag, bei dem eine Explosion nahe der Hauptstadt Chisinau verursacht worden war, stelle eine „schwerwiegende Konsequenz aus Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine“ dar, erklärte das Außenministerium am Samstag. Laut Moldaus Grenzpolizei überflogen am Samstag weitere unidentifizierte Flugkörper den Luftraum des Landes, einer davon sei in der Ukraine niedergegangen.

„Jedes nicht genehmigte Eintreten in den moldauischen Luftraum ist inakzeptabel und stellt eine ernste Verletzung der Souveränität unseres Landes dar“, erklärte das Außenministerium weiter.

Drohnenvorfälle häufen sich

Die Explosion am Freitag hatte sich in dem Dorf Colonita nahe der Hauptstadt der ehemaligen Sowjetrepublik ereignet. Die Polizei stellte nach eigenen Angaben in einem Umkreis von 100 Metern Trümmerteile sicher, die offenbar von einer Drohne stammten.

Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zu der Herkunft der mutmaßlichen Drohne. In der vergangenen Woche hatte Moldau seinen Luftraum geschlossen, nachdem eine russische Drohne eingedrungen war. Ein Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Bord konnte deshalb erst verspätet abheben. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen oder Raketenteile in Nachbarländern wie Rumänien, Polen oder der Republik Moldau niedergegangen.

EU-Beitrittsverhandlungen seit 2024

Erst Ende Juli 2026 hatte Moldaus Präsidentin Maia Sandu bei einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor unnötigen Verzögerungen beim EU-Beitritt ihres Landes gewarnt. Moldau verlange keine Sonderbehandlung, sondern ein leistungsorientiertes Verfahren. Angesichts der geopolitischen Lage sei jedoch Tempo entscheidend.

Die seit Juni 2024 laufenden Beitrittsverhandlungen sollen nach Sandus ambitioniertem Ziel bis 2030 zur EU-Mitgliedschaft führen. Vom Beitritt erhofft sich Moldau auch mehr Sicherheit gegenüber Russland. Söder unterstützte die Pläne und drängte ebenfalls auf rasche Entscheidungen. Sandu warb zudem für eine stärkere Einbindung moldauischer Firmen in deutsche Wertschöpfungsketten und mehr Investitionen aus Bayern. Söders Besuch war der erste eines bayerischen Ministerpräsidenten in Moldau.