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Kalte Nächte, heiße Partys: „MotoGP ist eine der besten Party-Locations“

Die Partys rund um den Red Bull Ring locken auch viele Gäste ohne Tickets sowie Einheimische an. Wir haben bei einem der größten Partyzelte auf den Campingplätzen hinter die Kulissen geblickt.

Die Gastro-Familie Neumann mit Geschäftspartner Daniel Hornberger (rechts)
© Richard Purgstaller
Die Gastro-Familie Neumann mit Geschäftspartner Daniel Hornberger (rechts)
Sarah Ruckhofer
Stv. Ressortleiterin Regionalredaktionen Steiermark, Teamleiterin Regionalredaktion Murtal & Murau

Der riesige Smoker vor dem Partyzelt raucht. Bald gibt‘s frischen Pulled-Pork-Burger, auch die Ripperl sind schon gar. „Ein geiles Angebot“, finden die MotoGP-Fans. Auch Gastronom Peter Dietrich freut sich: „Bei der Formel 1 geht sowas nicht. Aufgrund der Massen von Fans zählt jede Sekunde.“ 48.000 Portionen servierte Dietrich mit seinem Murtal Catering während der vier F1-Tage. Die MotoGP wird wesentlich ruhiger, im Dienst stehen bei seinen drei statt sechs Küchen weniger als 100 statt 200 Mitarbeiter. „Natürlich ist weniger los, also mussten wir uns was einfallen lassen.“ Gemeinsam mit der Familie Neumann, Chefs der legendären Disco „Burg“ in Spielberg, gibt‘s täglich frisch gesmoktes Fleisch vor dem Burg-Partycorner am Campingplatz.

Das Angebot wird gut angenommen. „Die MotoGP hat erdige Fans, sie schätzen bodenständige Kulinarik.“ Täglich von 16 Uhr bis drei Uhr nachts wird frisch ausgekocht, zu Preisen, die deutlich unter denen in der Fan-Zone liegen. „Diese teils durchgedrehten Preise verstehe ich nicht“, schüttelt Dietrich den Kopf. „Das kann man machen, wenn man einmal im Jahr da ist. Aber wir sind regionale Gastronomen, uns kennt man. Wir wollen die Füße am Boden lassen.“ Freilich ist der Aufwand höher als bei anderen Einsätzen – so muss das Equipment rund um den Smoker nachts bewacht werden.

Gastronom Peter Dietrich mit Partnerin Silke Zopper
© Richard Purgstaller
Gastronom Peter Dietrich mit Partnerin Silke Zopper

Fans wollen vor Ort feiern

Gleich neben dem Gastro-Stand gibt’s zwei Bars und ein riesiges Zelt samt Bühne. Der DJ wärmt sich gerade auf, je später es wird, desto mehr Fans werden hier Gas geben. Die „Burg“ von Robert, Birgit und Julian Neumann liegt nur rund 1,5 Kilometer Luftlinie vom Red Bull Ring entfernt. „Wir haben aber gemerkt, dass die Fans nicht mobil sind. Viele kommen zwar zum Essen, gefeiert wird aber lieber hier direkt am Campingplatz.“ Wie viele andere regionale Gastronomen auch verlagern die Neumanns die Party seit 2016 daher nach Flatschach. 14 genehmigte Side-Events gibt es heuer. „Das ist weltweit eine der besten Party-Locations, melden uns die internationalen Fans. Diese Party-Meile ist höchst beliebt“, erzählt Robert Neumann. Auch Einheimische strömen in Scharen, einige campen sogar in Spielberg – ohne Ticket, nur für die Partys.

„Die Partys haben immer dazu gehört, auch zu Zeiten des A1-Rings. Die Formel 1 begleitet mich mein ganzes Leben lang“, erzählt der Spielberger Unternehmer. Etwas weniger als 1000 Gäste passen in sein Zelt, einige Hundert können im Freien feiern. Das Angebot passt man an die Temperaturen an, so wird heuer Glühwein ausgeschenkt.

„Fans geben richtig Gas“

„Um zwei Uhr nachts müssen wir die Musik ausdrehen, viele Gäste wechseln dann mit uns hinüber in die Burg“, so Neumann. Dem MotoGP-Publikum streuen die Gastronomen Blumen: „Sie geben richtig Gas, sind aber sehr friedlich.“ Für Neumann und seine Gastro-Kollegen sind die Ring-Wochenenden längst zum wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Generell ortet man einen Aufwärtstrend in der Nachtgastro: „Die Leute schätzen es wieder mehr.“

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