Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

USA fordern schnellere Uran-Anreicherung für AKW-Ausbau

Die USA dringen auf einen beschleunigten Ausbau der Kapazitäten zur Urananreicherung, um einen drohenden Mangel angesichts des wachsenden Interesses an der Atomkraft abzuwenden. Dies sagten zwei Vertreter des US-Energieministeriums am Freitag zu Reuters. "Wenn wir diese Renaissance der Atomkraft erleben wollen, werden wir das ohne Brennstoff nicht schaffen", erklärte der stellvertretende US-Energieminister James Danly am Rande einer Konferenz in Paris.

This photograph shows a view of the Cattenom nuclear power plant of Cattenom from Contz-les-Bains, northeastern France, on August 5, 2026. One of the power station’s reactors was shut down on August 3, 2026 as a precautionary measure due to a drop in the flow of the Moselle and Meuse rivers. (Photo by Jean-Christophe VERHAEGEN / AFP)
© APA/AFP
This photograph shows a view of the Cattenom nuclear power plant of Cattenom from Contz-les-Bains, northeastern France, on August 5, 2026. One of the power station’s reactors was shut down on August 3, 2026 as a precautionary measure due to a drop in the flow of the Moselle and Meuse rivers. (Photo by Jean-Christophe VERHAEGEN / AFP)

"Wir wollen so schnell wie möglich ein Höchstmaß an heimischen Kapazitäten aufbauen." Zahlreiche Länder planen den Bau neuer Reaktoren oder die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Atomkraftwerke, um den steigenden Strombedarf zu decken, der unter anderem durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) getrieben wird.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage haben sich die Kosten für Uran in den vergangenen fünf Jahren nach Angaben des Branchenberaters UxC fast verdreifacht. Die Regierung in Washington fordert nun Unternehmen wie die französische Orano sowie die US-Firmen Centrus und General Matter auf, ihre Anreicherungskapazitäten so schnell wie möglich auszubauen.

Als Anreiz dienen unter anderem Verträge, die an das Erreichen bestimmter Entwicklungsziele geknüpft sind. Rund 900 Millionen Dollar an staatlichen Mitteln für neue Anlagen seien an die Einhaltung von Fristen gebunden, sagte Michael Goff, ein weiterer hochrangiger Vertreter des Ministeriums.

Hintergrund der US-Bemühungen ist auch das Ziel, die Abhängigkeit von Russland zu beenden. Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine haben die USA die Einfuhr von angereichertem Uran aus Russland verboten. Allerdings können Unternehmen befristete Ausnahmegenehmigungen beantragen, um Lieferengpässe zu vermeiden. Diese Regelung laufe Anfang 2028 aus und es gebe keine Pläne, sie zu verlängern, sagte Goff.

Dies solle ein Umfeld schaffen, in dem heimische Unternehmen investieren. Uran für Kernreaktoren wird für die Nutzung als Brennstoff angereichert, jedoch zu einem geringeren Grad als für Atomwaffen.