Resort am Maltschacher See hat einen Pächter für bis zu 50 Jahre
Leerstand oder Abriss standen zur Debatte – am Ende entschied sich die K-BV für die Sanierung. Acht Millionen Euro kommen von der K-BV, drei von Martin Ramusch.

Der Multiunternehmer Martin Ramusch (u. a. IP Media, Starnacht, Villa Lido, Wörthersee-Schifffahrt) führt schon seit knapp drei Jahren das frühere ÖGB-Feriendorf am Maltschacher See als Pächter, durchaus mit Erfolg: Rund 50.000 Nächtigungen wurden pro Jahr verzeichnet. Nun übernimmt er das Naturferiendorf in der Gemeinde Feldkirchen langfristig. Konkret pachtet die FE Resort GmbH, die zu 90 Prozent der Reeder Holding GmbH von Ramusch und zu 10 Prozent der Geschäftsführerin Maria Kogelnig gehört, die Liegenschaft von der landeseigenen K-BV Development.
Der Pachtvertrag für das vor fast 20 Jahren vom Land (zu teuer) erworbene Feriendorf wäre Ende Oktober ausgelaufen. Seit September 2025 sucht die K-BV europaweit einen neuen Pächter, im Juni 2026 erfolgte eine Neuausschreibung. Gesucht wurde ein Pächter, der auf der 116.000 Quadratmeter großen Liegenschaft „ein attraktives touristisches Projekt“ umsetzt. Nun ist klar: Der neue Pächter der 26 Ferienhäuser und rund 200 Campingabstellplätze ist der alte. Die FE Resort GmbH sei der „Bestbieter“ gewesen – ob sie auch der einzige war, wurde nicht mitgeteilt.
Pachtvertrag läuft für zehn Jahre
Ramusch pachtet das nach seinen Worten „schönste und größte Naturferiendorf Europas“ für zehn Jahre. Der Pachtvertrag könne insgesamt viermal um weitere zehn Jahre verlängert werden, sagt K-BV-Vorstand Martin Payer. Die Pacht umfasst also maximal 50 Jahre. Der Sanierungsbedarf der Anlage sei groß, so Payer. Dessen volles Ausmaß habe sich laut Büro von Beteiligungsreferent Martin Gruber (ÖVP) erst während der Ausschreibung gezeigt. Er sei so erheblich, dass de facto die Betriebserlaubnis gefährdet sei, weil etwa der Brandschutz nicht mehr aktuellen Auflagen entspreche.

Der Aufsichtsrat der K-BV fällte daher die Entscheidung, den Komplex am Maltschacher See in einen „betriebstauglichen Zustand zu versetzen“. Das kostet: Die K-BV nimmt in den kommenden drei Jahren acht Millionen Euro in die Hand, um die Substanz der Gebäude zu verbessern. Der Pächter habe sich verpflichtet, rund drei Millionen Euro „in die Attraktivität der Anlage“ zu investieren. Geplant sind unter anderem der Ausbau der Wellnessanlagen, neue Freizeitangebote und Padeltennisplätze. Insgesamt sollen also elf Millionen Euro investiert werden.

Abriss hätte 3,5 Millionen Euro gekostet
Die Alternativen Leerstand bzw. „Abriss“ wurden zwar geprüft, seien aber kein gangbarer Weg gewesen. Diese hätten, so die Sprecherin von Gruber, „eine Vernichtung von Landessubstanzwerten“ ohne Aussicht auf gleichwertige touristische Zukunft bedeutet; ein Abriss hätte mehr als 3,5 Millionen Euro gekostet.
Seezugang bleibt gewährleistet
Martin Gruber sieht im Feldkirchner Feriendorf ein touristisches Juwel, „das praktisch aus einem Dornröschenschlaf geweckt wird“. Mit den Investitionen über die K-BV und jenen des Pächters werde nun die Grundlage für Arbeitsplätze und beachtliche regionale Wertschöpfungsketten geschaffen. Die Verpachtung der Liegenschaft und der Weiterbetrieb des Feriendorfs seien von großer Bedeutung für Kärnten als Tourismusstandort. Es sei vereinbart, dass die Liegenschaft nicht belastet und ausschließlich touristisch genutzt werden dürfe sowie der öffentliche Seezugang gewährleistet bleibe.

Heuer werden rund 55.000 Nächtigungen im Feriendorf Maltschacher See erwartet. Das Feriendorf repräsentiert rund 60 Prozent der Nächtigungskapazitäten der Gemeinde Feldkirchen. Deren Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) freut sich. Die Investition gebe dem Standort neue Strahlkraft und eröffne Feldkirchen die Chance, „das enorme Potenzial des Sees noch besser zu nutzen“.