VSV-Trainer Pierre Allard: „Das frühe Derby ist gut für uns“
VSV-Trainer Pierre Allard entließ sein Team am Donnerstagvormittag aus einem Abschlusstraining, das Eindruck hinterließ. Die Adler brennen auf den Ligastart.
„Wuhuuuu!“ Ein kollektiver Aufschrei einer ganzen Mannschaft am Mittelkreis des Eisrinks der Villacher Stadthalle. Gefolgt von explosiven Sprints aller Spieler über das ganze Eis. Ein einfacher Motivationsschrei nach dem Abschlusstraining vor dem ICE-Auftakt am Freitag in Vorarlberg? Einer, der sich einfach gehört, um den Mitspielern zu zeigen, dass es jetzt losgeht? Wohl kaum. Hier entluden sich bei 25 hauptberuflichen Eishockeyspielern Emotionen. Einerseits Enthusiasmus darüber, dass ein langer Sommer nun der Eiszeit weicht, die Profis wieder ihrer (bezahlten) Leidenschaft nachgehen können. Ein Ausdruck von Erleichterung, dass es überhaupt losgeht, nachdem die finanz-marode EC VSV GmbH vorübergehend gerettet werden konnte. Und darüber, dass den VSV-Cracks auch finanzielle Sicherheit für diese Saison versprochen wurde.
Die letzte Einheit vor Ligastart ließ tief blicken. Weil die Gesichter der Spieler einiges verrieten. Lächeln, entschlossene Mienen in den Übungen und alles untermalt von einer gewissen Lockerheit. „Die Energie war richtig gut, ich war beeindruckt von den Spielern“, sagte Trainer Pierre Allard. Auch er war durch schwere Tage gegangen, Tage der puren Ungewissheit. „Die Situation war wirklich auch beängstigend“, gab der Kanadier zu und gestand nebenbei ein: „Wir waren am Mittwoch alle total erleichtert, als uns mitgeteilt wurde, dass es weitergeht. Es gab aber auch schon während der Krisensitzung für uns im Trainerteam die wichtigsten Infos. Es war dann aber in den ersten Sequenzen des Trainings herausfordernd, gleich wieder den vollen Zug reinzubringen. Das hat sich aber schnell geändert.“
Allard zog am Donnerstag an, alle zogen voll mit. Auch Alex Wall, der nach einer Gehirnerschütterung wieder am Eis stand. Und Kapitän Alexander Rauchenwald, der nach überstandenem Kreuzbandriss als letzter vom Eis ging. „Er ist körperlich wieder bereit, dennoch wollen wir nichts überstürzen, er ist so lange ausgefallen“, wird Allard ihn in Vorarlberg noch schonen.
Angst vor dem frühen Derby? Fehlanzeige!
Das Werkl soll jedenfalls gleich zu laufen beginnen, immerhin steht im zweiten Saisonspiel schon das erste Saisonderby kommenden Mittwoch in Klagenfurt an. „Das ist gut für uns. Da können wir gleich zeigen, dass wir da sind, dass wir in dieser Liga kompetitiv sind“, sagte Allard voller Kampfgeist. Zudem hofft er, wie alle im VSV-Umfeld, auf rasche Lösung der personellen Situation. Allard: „Jetzt muss bald ein Manager gefunden werden, aber das können wir nicht kontrollieren: Der Fokus liegt auf dem Sport, den können wir beeinflussen. Und das Spiel für Spiel.“
