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Marvel‘s Wolverine: Wut, Krallen und viel Potential

Das neueste Marvel-Spiel von „Insomiac“ dreht sich dieses Mal um den eher düsteren Wolverine. Eine erfrischende Abwechslung zu der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft.

„Marvel‘s Wolverine“ führt uns durch mehrere Städte
© Playstation
„Marvel‘s Wolverine“ führt uns durch mehrere Städte
Nico Lang
Redakteur News & Social Media

„Marvel’s Wolverine“ hat es derzeit nicht leicht. Als eines der wenigen großen PlayStation-Exklusivspiele des Jahres 2026 sind die Erwartungen an Insomniac Games entsprechend hoch.

Es ist derzeit nicht leicht, ein Playstation-Spiel zu sein. Wegen Sonys Ankündigung, dass sie ab 2028 keine physischen Discs mehr produzieren werden, sind die Gamerinnen und Gamer aktuell eher schlecht auf das Unternehmen zu sprechen. Zahlreiche Studioschließungen und Flops wie „Concord“ tragen sicherlich auch nicht zur Beliebtheit Playstations bei.

Die Mutanten sind in Gefahr

Die Geschichte greift einige bekannte Motive aus dem Marvel-Universum auf. Wolverine ist ein Mutant, also mit dem X-Gen geboren, das ihm spezielle Fähigkeiten gibt. Damit ist er in dem Marvel-Universum aber nicht alleine. Jedoch werden die Mutanten von einem Großteil der Menschheit missachtet und gejagt. Dies ist eine Storyline, die sich durch zahlreiche Marvel-Comics und Filme zieht.

Wolverine trifft im Laufe der Geschichte auf die Ninjagruppe „Die Hand“
© Playstation
Wolverine trifft im Laufe der Geschichte auf die Ninjagruppe „Die Hand“

Also hat der Mutant Nathaniel Essex ein Team zusammengestellt, um den Mutanten zu helfen und gegen Menschen, wie den Unternehmer Bolivar Trask, der alle mit dem X-Gen auslöschen will, anzukämpfen. Wolverine war vor Beginn des Spiels ein Teil dieses Teams und kehrt während der Geschichte wieder zurück, nachdem Essex entführt wird. Dabei trifft er auf seine alten Teamkollegen Mystique und Sabretooth.

Passend zum Charakter wird eine düstere und erwachsenere Geschichte erzählt.

Wuchtiges Gameplay

Wer sich jetzt ein Spiel, wie „Spider-Man“ erwartet hat, liegt ganz falsch. Während Peter Parker durch New York schwingt und seine Gegner mit akrobatischen Bewegungen ausschaltet, setzt Wolverine auf rohe Kraft und Nahkampf.

Die Adamantium-Krallen stehen dabei natürlich im Mittelpunkt. Kämpfe sollen direkt und wuchtig wirken. Und das ist der Fall. Die Animationen sind brutal, mit Blut wird nicht gespart und nicht immer bleiben alle Körperteile an ihrem Platz. Wolverine kann seine Gegner nicht nur mit seinen Klauen attackieren, sondern auch seine enorme Widerstandsfähigkeit und seine Selbstheilung einsetzen.

Durch die Krallen werden die Kämpfe brutaler und wuchtiger
© Playstation
Durch die Krallen werden die Kämpfe brutaler und wuchtiger

Anders als in den Spider-Man-Spielen läuft Wolverine nicht in einem Open-World-New-York herum, sondern die Spieler werden durch eine lineare Story geführt, die von Kanada bis nach Japan reicht. Dies ist eine willkommene Abwechslung zu den sonst sehr amerika-zentrierten Marvel-Geschichten.

Spieler werden an die Hand genommen

Aber nicht nur die Story wird linear vorgegeben, auch Collectibles sind nahezu nicht zu verpassen. Dank Wolverines ausgeprägtem Geruchssinn werden jede Kiste und jeder Whisky (natürlich trinkt Wolverine Whisky) angezeigt. Wer gerne selbst nach Geheimnissen sucht, könnte sich daran stören. Das erleichtert die Suche zwar, nimmt dem Erkunden aber auch einen Teil des Reizes. Die einzelnen Level kann man zwar zu einem gewissen Grad frei erkunden, aber bis auf ein paar Zettel, Audioaufnahmen und Erfahrungspunktekisten wird man nicht fündig.

Fazit

Die Kämpfe machen Spaß und bieten eine Abwechslung zu den vorherigen Spider-Man-Teilen von Insomniac. Grafisch sieht das Spiel wahnsinnig gut aus, die Animationen sind flüssig und die einzelnen Charaktere sind gut geschrieben. Viel Abwechslung hat das Spiel trotz Skillbaum nicht wirklich zu bieten. Spaß macht es aber, die große Überraschung ist es nicht. Ob das rund 80 Euro rechtfertigt, hängt letztlich von den eigenen Erwartungen ab. Denn mit einer Spielzeit von etwa zehn bis zwölf Stunden fällt das Abenteuer vergleichsweise kurz aus. Playstation aus seiner aktuellen Krise retten, wird das Spiel vermutlich nicht.