Nach Hundeattacke in Wies: Rottweiler hatte davor bereits mehrfach zugebissen
Nach einem Rottweiler-Angriff in Wies ist die verletzte 54-Jährige außer Lebensgefahr. Der Biss ist jedoch kein Einzelfall: Der Hund war schon mehrfach auffällig.
Es war ein Spaziergang mit schweren Folgen: Am Mittwoch wurde eine 54-Jährige in der Gemeinde Wies von ihrem Rottweiler mehrfach in den rechten Ober- und Unterarm gebissen. Die Frau konnte dem Hund noch selbst einen Maulkorb anlegen. Durch den Angriff wurde sie jedoch lebensbedrohlich verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins LKH Graz gebracht
Laut aktuellen Informationen des Spitals ist der Zustand der Frau mittlerweile stabil, die Südweststeirerin ist außer Lebensgefahr. Der Rottweiler ist derzeit im Landestierheim Arche Noah in Graz untergebracht.
Weiteres Vorgehen unklar
Ob das Tier weiterhin dort bleibt, ist noch offen. „Wir müssen abwarten, wie es behördlich weitergeht“, sagt Katharina Gründl, Pressesprecherin der Arche Noah. Sie verweist auf eine mögliche Abnahme des Rüden nach dem Landessicherheitsgesetz. Diese müsste der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde aussprechen. So könnte die Arche Noah den Hund unter strengen Auflagen halten.
Josef Waltl, Bürgermeister von Wies, steht bezüglich des weiteren Vorgehens schon mit den zuständigen Stellen in Kontakt, darunter dem Amtstierarzt des Bezirks, dem Land und dem Gemeindebund. „Wir müssen jetzt ausloten, was die Gesetzeslage hergibt – und es auch mit der Besitzerin abstimmen“, so Waltl. Die Sicherheit der Bewohner sei jedoch das Wichtigste.
Der Rottweiler der 54-Jährigen war nämlich nicht das erste Mal auffällig: Bereits im Juni hatte die Gemeinde schriftlich auf eine ordnungsgemäße Haltung des Hundes hingewiesen. Zuvor hatten sich Nachbarn der Frau bei der Gemeinde gemeldet. Laut Informationen der Kleinen Zeitung sind in diesem Jahr bereits drei weitere Bissvorfälle mit diesem Hund aktenkundig. In einem Fall wurde ein Postbote verletzt, in zwei Fällen wurden andere Hunde gebissen.
Hundebiss in Hartberg
Erst vor wenigen Wochen hatte sich ein ebenfalls tragischer Vorfall in Buch-St. Magdalena (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) ereignet. Ein 10-Jähriger wurde von einem Dobermann, der seinen Besitzern entkommen sein dürfte, angegriffen. Eine Besucherin eines nahegelegenen Gastronomiebetriebs griff couragiert ein, indem sie sich auf das Tier kniete. Danach schaffte sie es durch Schreie, den Dobermann so in Schach zu halten, dass sie gemeinsam mit dem Buben das sichere Cafe erreichte. In diesem Fall sind die Besitzer des Dobermanns wenige Tage nach der Bissattacke selbst aktiv geworden und haben einen Platz außerhalb der Gemeinde für das Tier gesucht.