Feldbacher Imbiss-Ikone sperrt nach 30 Jahren zu: „Es hat wohl geschmeckt“
Mit dem Ruhestand von Irmgard Rombold verliert Feldbach eine Institution. Gerne erinnert sich die Betreiberin an die vielen Geschichten, die sie in 30 Jahren Irmi‘s Imbiss erlebt hat.

„Wir haben gelacht, geweint, Schmäh geführt – es war wie ein Kabarett“, erzählt Irmgard Rombold lachend. Den meisten in Feldbach ist sie allerdings nur als Irmi bekannt. Denn die Edelsbacherin führte 30 Jahre lang Irmi‘s Imbiss am Busbahnhof im Zentrum der Bezirkshauptstadt – eine wahre Institution, für alle, die einen schnellen Bissen suchten. Seit 31. August 2026 ist der Würstelkocher allerdings kalt: Irmgard Rombold ging in Pension.
Spricht man mit ihr über die vergangenen Jahrzehnte, merkt man schnell, Irmi‘s Imbiss betrieb sie mit Leib und Seele. Gerne erinnert sich Rombold an die Erlebnisse mit den Gästen. Und davon gab es einige, war sie doch 30 Jahre lang jeden Wochentag ab fünf Uhr bis zum frühen Nachmittag vor Ort im Einsatz. Über die Jahre baute sie so eine intensive Beziehung zu ihren Gästen auf.
Enge Beziehung zur Kundschaft
„Ich wusste alles von ihnen – egal ob irgendwo ein Kind geboren wurde oder jemand Geburtstag gefeiert hat“, erzählt die Gastwirtin. Wobei, so manches hätte sie auch nicht wissen müssen, schiebt sie schnell hinterher. Lachen und Weinen, beides gehörte eben für viele Feldbacherinnen und Feldbacher zur Zeit im Imbissstand dazu.

Begonnen hat alles 1990 mit dem Wechsel nach zehn Jahren als Köchin im Brauhaus Weiss zum Kiosk beim Busbahnhof. Fünf Jahre später trat die damalige Betreiberin Waltraud Fritz den Ruhestand an und Rombold wagte mit der Übernahme des Betriebs den Schritt in die Selbstständigkeit. Über die Jahre baute sie sich eine treue Stammkundschaft auf. „Wir sind wie eine kleine Familie. Da muss man gut zuhören können. Es haben sich immer alle sehr wohl gefühlt“, gibt Rombold Einblick in ihren Umgang mit den Kunden.
Covid-19 war Einschnitt in Irmi‘s Imbiss
Dabei erlebte sie auch hautnah die großen Veränderungen. Von der Übernahme der Postbusse durch die ÖBB bis zum Aufkommen von digitalen Fahrplänen. Das einschneidendste Thema war für Rombold jedoch die Covid-19-Pandemie. Nicht nur weil so viele Regelungen für Gastronomiebetriebe dazukamen: „Da sind auf einen Schlag mehrere meiner Stammgäste verstorben. Das war sehr hart“, schildert Rombold noch heute aufgewühlt. Das starke Band zwischen Kundschaft und Imbiss-Betreiberin verlief in beide Richtungen.

Fragt man Rombold warum die Feldbacherinnen und Feldbacher so eine intensive Beziehung zu Irmi‘s Imbiss aufgebaut haben, muss sie etwas überlegen: „Hier konnten manche einfach reden. Wenn sie sich nicht wohlgefühlt hätten, wären sie wohl nicht gekommen.“ Bescheiden schiebt sie noch hinterher: „Und die Jause hat wohl auch geschmeckt.“ Vor allem für belegte Kornspitz, Leberkäse, Würstel, Kaffee und Bier war der Stand bekannt.

Viele schöne Momente in Irmi‘s Imbiss
Ganze Bücher oder Ausgaben von Elizabeth Spiras Alltagsgeschichten hätte sie mit den Erlebnissen am Busbahnhof und Geschichten der Gäste füllen können, sagt Rombold. Viele seien ihr in Erinnerung geblieben, die Geschichten der Kundschaft behält sie aber für sich: „Das wurde mir ja im Vertrauen erzählt.“
Sie selbst hat aber auch einiges in 30 Jahren Irmi‘s Imbiss erlebt: Von Obdachlosen, die das Klo am Busbahnhof nutzten, über den ein oder anderen Trankler und auch ein paar Rauswürfe. „Das gehört dazu“, sagt Rombold. Vieles davon verändert sich laufend. Früher blieben die Arbeiter beispielsweise länger sitzen, heute gibt es die Jause to go. „Vor allem einige Kartenspieler und viele Pensionisten bildeten hauptsächlich die Kundschaft“, beschreibt die Imbissbetreiberin ihre Gäste.
Allen war jedoch gemein, wie sehr sie Rombold schätzten. Das zeigt sich nicht nur in den vielen Glückwünschen zum Ruhestand unter einem Posting der Stadtgemeinde Feldbach auf Facebook, sondern machte sich durch Mitbringsel aus dem Urlaub oder Umtrunken zu ihrem Geburtstag schon während Irmi‘s Imbiss geöffnet hatte, bemerkbar. „Die Arbeit vermisse ich noch nicht, aber die Kunden gehen mir schon ab. Mit manchen bin ich jetzt auf Whatsapp oder telefonisch in Kontakt“, erzählt Rombold. Vor allem freut sich die Edelsbacherin jetzt auf den Ruhestand, um Zeit mit ihrem Mann im Garten oder beim Fortfahren zu verbringen.