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Lilienberg-Konkurs: Was wird aus den Trauben?

Der Konkurs der Domäne Lilienberg in Tainach wirft auch praktische Fragen auf – etwa, was mitten in der Lesezeit mit den Trauben geschieht.

Das Weingut mit der Domäne Lilienberg im Hintergrund
© Orasch/KK
Das insolvente Orasch-Weingut Domäne Lilienberg in Tainach
MA Gerfried Ambrosch
Redakteur Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Auf rund 20 Hektar Fläche in sechs Lagen erzeugte die Domäne Lilienberg der Familie Orasch in Tainach Weinsorten wie Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Chardonnay, Riesling und Roter Traminer. 2021 durfte sich Kellermeisterin Mirjam Orasch sogar über die „Women’s International Trophy“ in der Kategorie „Weißwein“ freuen.

Doch der Winzerbetrieb samt Nobelrestaurant fand ein unrühmliches Ende: Über die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH wurde am 15. September 2026 am Landesgericht Klagenfurt ein Konkursverfahren eröffnet – mit Verbindlichkeiten von mindestens vier Millionen Euro. Von der Insolvenz sind drei Dienstnehmer betroffen: neben Mirjam Orasch, der Ehefrau von Lilihil-Chef Franz Peter Orasch, zwei Forstarbeiter, die das Anwesen in Tainach betreuen.

Mirjam Orasch
© KK/Privat
Mirjam Orasch

Der Konkurs fällt mitten in die Weinlesezeit, was die Fragen aufwirft, was jetzt mit den ganzen Trauben passiert. Ein Biobetrieb dieser Größenordnung könnte bei angenommenen 5000 bis 8000 Kilo pro Hektar überschlagsmäßig Trauben im Wert von einer halben Million Euro ernten – unverarbeitet. Verfaulen diese nun an den Reben?

„Lese abgeschlossen“

„Der Geschäftsführer hat mir versichert, dass die Lese bereits abgeschlossen ist“, sagt Masseverwalter Gernot Murko. Näheres könne der Anwalt noch nicht sagen, schließlich sei ein Weiterbetrieb mit Sanierungsplan nicht ausgeschlossen. Georg Lexer, Obmann des Weinbauverbands Kärnten, nennt den Betrieb einen „Sonderfall“, mit dem man „nicht aktiv etwas zu tun“ habe, denkt aber, dass die Trauben wohl verkauft werden. An potenziellen Abnehmern dürfte es nicht mangeln. Denn aufgrund von Spätfrösten im Frühling und Dürren im Sommer hätten viele Winzer Ernteverluste erlitten.