Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Nach Meta-Sperre: Tieschens Ortschef ist wieder da

War ein Trump/AfD-Posting der Grund für die totale Sperre von Bürgermeister Martin Weber (SPÖ)? Nach Medienwirbel ist er jetzt wieder auf Facebook und Co.

144 WhatsApp-Nachrichten sind seit der Meta-Sperre auf dem Konto von Tieschens Bürgermeister Martin Weber (SPÖ) eingegangen
© KLZ / Julia Schuster
144 WhatsApp-Nachrichten sind seit der Meta-Sperre auf dem Konto von Tieschens Bürgermeister Martin Weber (SPÖ) eingegangen
Bernd Hecke
Chefreporter

Tagelang war Tieschens Bürgermeister Martin Weber (SPÖ) buchstäblich abgemeldet – und zwar von Facebook, Instagram und WhatsApp. Wie berichtet, hat ja Mark Zuckerbergs Meta-Konzern ihn in der Vorwoche auf allen Plattformen gesperrt. Er ging damit an die Öffentlichkeit und schaltete seinen Anwalt ein, um den Zugriff auf seine Meta-Konten wiederzuerlangen.

Seine Vermutung: Die Sperre könnte mit seinem Posting nach dem AfD-Wahlsieg im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt in Verbindung stehen. Darin hat er nämlich darüber räsoniert, warum der Wähler immer recht hat und man nun eben die Rechten an die Macht lassen sollte. Im Beitrag fanden sich nicht nur US-Präsident Donald Trump, Joe Biden und der Brexit wieder, auch den Satz „Gesichert rechtsextrem? Auch Ungarn hat überlebt“, hat er dort formuliert.

Löste dieses Bürgermeister-Posting die Sperre aus?
© Screenshot/Facebook
Löste dieses Bürgermeister-Posting die Sperre aus?

Am Mittwochnachmittag meldete sich Bürgermeister Martin Weber dann bei der Kleinen Zeitung via Messenger-Dienst: „WhatsApp geht wieder!“ Ja, alle Konten seien wieder aktiv. Auf Facebook ist auch das vermeintlich inkriminierende Posting noch zu finden, das wir für den Fall einer erneuten Sperre nicht eingebettet, sondern als Screenshot eingepflegt haben.

Ohne Vorwarnung wieder online

Zuvor hatte sich ja, wie berichtet, nach dem ganzen Medienwirbel am Montagnachmittag eine deutsche Anwaltskanzlei bei ihm gemeldet, die Meta vertrete, so Weber. Sie hatte mitgeteilt, dass die Sperre infolge einer KI-Prüfung erfolgt sei und nun noch einmal geprüft werde. Dass nun seine Konten wieder aktiviert sind, hat man ihm aber zuvor nicht mitgeteilt. „Ich habe 144 Whatsapp-Nachrichten bekommen“, freut sich der Ortschef, dass er nun auch wieder über Soziale Medien kommunizieren kann. Immerhin erreicht er auf Facebook 4997 Freunde direkt.

Eine wahre WhatsApp-Flut an Nachrichten hat sich während der mehrtägigen Sperre bei Weber aufgestaut
© Screenshot
Eine wahre WhatsApp-Flut an Nachrichten hat sich während der mehrtägigen Sperre bei Weber aufgestaut