Lebensquell für 60.000 Menschen: 50 Jahre Wasserverband Aichfeld-Murboden
Der Wasserverband Aichfeld-Murboden versorgt 60.000 Menschen mit naturbelassenem Trinkwasser und das seit 50 Jahren.

Beim Pumpenhaus Maßweg in Spielberg feierte der Wasserverband Aichfeld-Murboden sein 50-jähriges Bestehen. Wo ab 1916 ein modernes Pumpwerk samt Wassertürmen das damalige Kriegsgefangenenlager und das Militärspital versorgte, blickten Verantwortungsträger aus der Region auf fünf Jahrzehnte Wasserwirtschaft zurück.
Was 1976 mit Pioniergeist begann, ist heute das Rückgrat der regionalen Trinkwasserversorgung. Knittelfelds Bürgermeister Harald Bergmann unterstrich die Weitsicht des damaligen Zusammenschlusses: „Die Ressource Wasser ist für die ganze Region wichtig. Dafür sorgen wir gemeinsam.“ Das Aichfeld sitze glücklicherweise auf einem großen Grundwassersee – einer der größten Grundwasserressourcen der Steiermark.
Gründungsmitglied Helmut Bayer erinnerte an die ersten Schritte, als Knittelfeld Nachbarorte einband: „In Weißkirchen hatten wir eine Drucksteuerungsanlage. Und in dieser Drucksteuerungsanlage haben die Leute gesagt, es kommt zu wenig Wasser.“ So reagierte man mit dem Bau einer Ringleitung und verlegte noch vor Baubeginn des Murkraftwerks Leitungen Richtung Fohnsdorf.

60 Kilometer Leitungsnetz, fünf Hochbehälter
Heute umfasst der Verband zehn Mitgliedsgemeinden. Ein Team rund um fünf Wassermeister und zwei Elektriker stellt sicher, dass 60.000 Menschen mit naturbelassenem Trinkwasser versorgt werden. Geschäftsführer Klaus Wallner zog eine positive Bilanz: Betreut werden 60 Kilometer Leitungslänge, Quellfassungen im Osten wie im Westen, Tiefbrunnen sowie fünf Hochbehälter. Das Netz sei so ausfallsicher aufgestellt, dass Störungen von der Bevölkerung unbemerkt blieben.
Für diese Verlässlichkeit erhielt der Verband die Plakette als „Ausgezeichneter steirischer Wasserversorger“. Landtagsabgeordneter Bruno Aschenbrenner: „Mit der Auszeichnung, die wir vom Land Steiermark erhalten haben, ist unsere Arbeit und unsere Qualität festgehalten. Auch auf die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und der Wassermeister können wir uns verlassen.“

Trockenperioden mahnen zur Wachsamkeit. Gemeinden wie St. Marein-Feistritz und St. Margarethen investieren in den kommenden Jahren Millionenbeträge in die Sanierung des Netzes und in zusätzliche Hochbehälter, um die Versorgungssicherheit auch im Notfall zu garantieren.
Ausstellung bis Ende Oktober
Dass die Sensibilisierung für das Thema schon bei der Jugend beginnt, bewies das große Wasser-Quiz 2026 anlässlich des Jubiläums. Zwei Volksschulklassen räumten den Hauptpreis ab: die 3b-Klasse der VS Landschach sowie die 3b-Klasse der VS Judenburg. Die Kinder aus Judenburg waren bei der Feier in Maßweg dabei und freuten sich über die Auszeichnung: einen gemeinsamen Wandertag zu einer Außenanlage des Wasserverbandes inklusive Busfahrt und Jause.
Am Festort im Pumpenhaus Maßweg zeigt eine Dauerausstellung die Meilensteine der regionalen Wasserversorgung. Besonderes Highlight neben historischen Fotografien: das älteste hölzerne Wasserleitungsrohr der Steiermark mit über 400 Jahren. Die Schau ist bis Ende Oktober werktags von 7 bis 17 Uhr geöffnet; Gruppenführungen ab zehn Personen sind nach Anmeldung möglich.
