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Andreas Staudinger von Schloss Lind veröffentlicht Roman „Wunderkammer“

Andreas Staudinger ist neben seiner Tätigkeit als Kurator von Schloss Lind bei Neumarkt Autor – nun erschien sein vierter Roman, der den Titel „Wunderkammer“ trägt.

Andreas Staudinger, Autor und Kurator von Schloss Lind, in seiner persönlichen „Wunderkammer“, dem Schloss selbst
© Martin Rauchenwald
Andreas Staudinger, Autor und Kurator von Schloss Lind, in seiner persönlichen „Wunderkammer“, dem Schloss selbst
Maria Steinwender
Redakteurin Regionalredaktion Murtal & Murau

Acht Jahre nach seinem letzten Roman legt Andreas Staudinger, Autor und Kurator von Schloss Lind bei Neumarkt, ein neues Buch vor. „Wunderkammer“ entstand im „Winterquartier“ Staudingers in St. Martin am Silberberg (Gemeinde Hüttenberg) und beschäftigte ihn rund zwei Jahre. Aus geplanten 200 Seiten wurden beinahe 400. Es ist sein vierter Roman und insgesamt wohl sein 20. literarisches Werk. Erschienen ist das Buch im Wieser-Verlag, mit dessen Gründer Staudinger seit vielen Jahren verbunden ist.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht ein 80-jähriger Architekt, der als Pionier der modernen Holzarchitektur gilt. Nach dem Unfalltod seiner Frau hat er mit dem Leben weitgehend abgeschlossen. Er kauft ein marodes Schloss und beginnt, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Als eine Dissertantin auftaucht, die über ihn forschen möchte, rekapituliert er sein Leben, seine Bauten und die Menschen, die ihn begleitet haben.

Schloss Lind bei Neumarkt
© Werner Lückl
Schloss Lind bei Neumarkt

Auch britischer Gartenprofi besuchte Schloss Lind

Ob sich Parallelen zu Staudingers Leben erkennen lassen würden? Eine Autobiografie sei der Roman nicht, auch wenn persönliche Erfahrungen natürlich einfließen, so der Autor. Der Titel verweist auf die historischen Wunderkammern der Habsburger, in denen im 16. Jahrhundert exotische und ungewöhnliche Dinge gesammelt wurden. Für Staudinger geht es vor allem um zwei Dinge, die ihn seit seiner Theaterzeit beschäftigen: Orte und Gegenstände.

Besonders fasziniert ihn das Wohnen. „Wohnen ist wie eine zweite Haut“, so Staudinger. Eine Wohnung verrate mehr über einen Menschen als seine Kleidung. Früher konnte man etwa die Büchersammlung eines Menschen betrachten. Heute, da physische Bücher in vielen Haushalten weniger präsent sind, erzählen andere Dinge von den Bewohnern.

Wohnen ist wie eine zweite Haut.

— Andreas Staudinger

Auch als Kurator von Schloss Lind beschäftigt sich Staudinger intensiv mit der Wirkung von Räumen. Der rund drei Hektar große Park soll künftig noch stärker der Natur überlassen werden.

Inspiration kommt unter anderem aus dem „New Gardening“. Erst kürzlich war der britische Gartenexperte Noel Kingsbury zwei Tage auf Schloss Lind zu Gast. Statt die Natur streng zu ordnen, geht es bei diesem Ansatz darum, natürliche Prozesse zuzulassen. Was Menschen als „Unkraut“ bezeichnen, ist dabei oft nur das, was nicht in ihre ästhetische Vorstellung passt. Auch darin findet sich ein Gedanke, der „Wunderkammer“ prägt: „Nicht alles muss kontrolliert und geordnet werden – das Interessante beginnt dort, wo Menschen Raum für das Ungeplante lassen“, so Staudinger.

Das Cover von „Wunderkammer“
© Kk
Das Cover von „Wunderkammer“

Aviso: Andreas Staudinger wird am 15. Oktober im Salvatorhaus in Murau aus „Wunderkammer“ lesen.