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Große Bühne für sechs steirische „Heldinnen der Wirtschaft“

Aus über 220 Einreichungen ehrte die Wirtschaftskammer Steiermark Mittwochabend die Unternehmerinnen des Jahres in sechs Kategorien. Das sind die Gewinnerinnen.

Prämierte Unternehmerinnen: Cornelia Leitner (Beste Innovatorin), Sandra Höller (Beste Nachhaltige), Verena Ulrich-Hollerer (Beste Gestalterin), Tina Robitsch (Beste Unaufhaltbare), Jennifer Kellner (Beste Neugründerin), Birgit Lackner (Publikumspreis), Gabi Lechner (Vorsitzende FiW), LH-Vize Manuela Khom, Celina Dohr (Geschäftsführerin FiW) 
© WK/Klaus Morgenstern
Prämierte Unternehmerinnen: Cornelia Leitner (Beste Innovatorin), Sandra Höller (Beste Nachhaltige), Verena Ulrich-Hollerer (Beste Gestalterin), Tina Robitsch (Beste Unaufhaltbare), Jennifer Kellner (Beste Neugründerin), Birgit Lackner (Publikumspreis), Gabi Lechner (Vorsitzende FiW), LH-Vize Manuela Khom, Celina Dohr (Geschäftsführerin FiW) 
Hannes Gaisch-Faustmann
Stv. Ressortleiter Wirtschaft

Diese Zahlen verdienen Aufmerksamkeit. 32.577 steirische Betriebe werden von Frauen geführt. 48,3 Prozent der zuletzt gegründeten Einzelunternehmen haben Frauen ins Leben gerufen. Unternehmerinnen sind nicht nur Einzelkämpferinnen, sondern beschäftigen im Schnitt drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erklärt die steirische Wirtschaftskammer.

Die Konkurrenz um den Titel „Unternehmerin des Jahres“ ist also groß. Über 220 Einreichungen zählte „Frau in der Wirtschaft“ (FiW), die Ausrichterin des Bewerbs, bei der diesjährigen elften Auflage – doppelt so viele wie noch vor wenigen Jahren. Die Siegerinnen in sechs Kategorien wurden Mittwochabend bei einer Gala in der Wirtschaftskammer gefeiert.

Beste Neugründerin

Jennifer Kellner ist dreifache Mutter – und stellte fest: „Das Internet ist nicht für Kinder gemacht.“ Das führte zur Entwicklung von „SilentSurf“, einem quasi kindersicheren Browser. Problematische Inhalte wie Pornografie, Gewalt oder Glücksspiel werden blockiert, Werbung und Tracking stark reduziert. Kellner positioniert sich als Alternative zu überwachungsbasierten Lösungen und zeigt als Einzelkämpferin in einem Geschäft auf, das von Techriesen dominiert wird. „Es geht jetzt darum, den Browser bekannter zu machen und mehr Eltern zu erreichen.“

Beste Unaufhaltbare

Tina Robitsch aus Raaba-Grambach hat einen langen Leidensweg hinter sich. Doch „anstatt aufzugeben habe ich gelernt, neue Wege zu finden“. Selbstbewusst sagt sie: „Ich führe mein Business aus dem E-Rollstuhl. Mit hohem Unterstützungsbedarf.“ Sie baute ein selbstbestimmtes Leben auf und gründete ihren Ein-Frau-Betrieb. Robitsch ist KI-Strategin, Autorin von 15 Büchern und entwickelt marktfähige Buchprojekte. Ihre außergewöhnliche Ausdauer überzeugte die Jury.

Beste Innovatorin

Cornelia Leitner zählte Ende 2021 zu den Gründerinnen von Royos. Das Liebocher Technologieunternehmen entwickelt Lösungen für die Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe. Im Mittelpunkt steht eine neuartige Fügetechnologie, mit der polymerbasierte Bauteile automatisiert mit Metallen und weiteren Materialien verbunden werden können. Ziel ist es, skalierbare Multi-Material-Fertigungssysteme zu ermöglichen. Leitners Leidenschaft für Technik, ihre Neugier und der Wunsch, Technologien weiterzuentwickeln, waren die Grundlage für Royos.

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© Klaus Morgenstern

Beste Nachhaltige

Sandra Höller steht seit mehr als zwei Jahren an der Spitze von Agro Power im südsteirischen Gabersdorf. Der Familienbetrieb erzeugt organische Düngemittel für die biologische Landwirtschaft und verwertet dabei Nebenprodukte aus der Lebensmittel-, Futtermittel- und Genussmittelproduktion. Höller entwickelt das Unternehmen kontinuierlich weiter. Im Fokus stehen kurze Transportwege, erneuerbare Energien, Regionalität und die Kreislaufwirtschaft.

Beste Gestalterin

Verena Ulrich-Hollerer ist in der von Anton Ulrich 1981 gegründeten Tischlerwerkstatt in Bad Gleichenberg groß geworden. Auf ihre Meisterprüfung (1999) folgte unter anderem ein mehrjähriger Aufenthalt in London, 2016 übernahm sie mit ihrem Bruder Hans-Peter die Tischlerwerkstätte. Planung, Design, Innenarchitektur und Tischlerei kommen aus einer Hand, die Kunden und Kundinnen mitunter aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Portugal.

Publikumspreis

Birgit Lackner stand 2017 an einem Wendepunkt, wie sie schreibt: „Von heute auf morgen“ war sie mit zwei Töchtern und einem Einkommen von 900 Euro alleinerziehend. Die Krise nutzte die Kindbergerin für eine berufliche Neuorientierung, heute arbeitet sie erfolgreich als Finanzcoach, Speakerin und Mentorin – und durfte sich Mittwochabend über den Publikumspreis freuen.

„Unternehmerinnen leisten Tag für Tag Unglaubliches“, bekräftigt Gabriele Lechner, FiW-Vorsitzende und WK-Vizepräsidentin. „Oft liegt es nach wie vor an den Frauen, wirtschaftliche und familiäre Herausforderungen unter einen Hut zu bekommen. Umso mehr freut es mich, dass wir stellvertretend für diese vielen Heldinnen die Unternehmerinnen des Jahres auszeichnen dürfen.“