Rotahorn-Preis: Die diesjährigen Gewinner stehen fest
Vom Geburtstagsgeschenk zur Stütze der Literaturszene. Die 16. Rotahorn-Literaturpreise gehen an Hannah K. Bründl und Christoph Szalay.

Ursprünglich war er aus persönlicher Wertschätzung für den Schriftsteller Alfred Kolleritsch als eine Art Geburtstagsgeschenk gedacht, inzwischen hat sich der vom Unternehmer Hans Roth initiierte Rotahorn-Preis zu einer nachhaltigen Stütze in der privaten steirischen Literaturnachwuchs-Förderung entwickelt. Am Dienstag einigte sich die aus den steirischen Schriftstellerinnen Nava Ebrahimi und Valerie Fritsch, „manuskripte“-Herausgeber Andreas Unterweger, dem Germanisten und Literaten-Sohn Julian Kolleritsch sowie den Kulturjournalisten Bernd Melichar, Christoph Hartner und Heinz Sichrovsky bestehende Fachjury auf die in Wien lebende Hannah K. Bründl und den Grazer Autor Christoph Szalay als Empfänger des 16. Rotahorn-Preises. Beide sind heuer als Hauptpreise mit je 4.000 Euro dotiert.
„Denkmäler aus Sprache“
„Hannah K. Bründl gibt den Opfern von Gewalt gegen Frauen ihre Stimme zurück, setzt ihnen ebenso wütende wie berührende Denkmäler aus Sprache“, heißt es in der Begründung der Jury über die 1996 in Steyr geborene Lyrikerin, Dramatikerin und Prosa-Schriftstellerin. Ihr Stück „tender“ wurde im März dieses Jahres im Schauraum des Grazer Schauspielhauses uraufgeführt. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.
„Die Texte des literarischen Langstreckenläufers versuchen nichts weniger, als die sich stetig verändernden Landschaften unserer Welt zu denken“, wiederum lautet ein Satz aus der Jurybegründung für Szalay, der heuer unter anderem beim Bachmann-Wettbewerb las und zuletzt den Prosaband „Hurt“ im Ritter-Verlag veröffentlichte. Er kombiniert in seinen Arbeiten verschiedene Disziplinen wie Lyrik, Essay, Performance, Hörspiel, Popkultur und Wissenschaft.
Der von Hans Roth gestiftete Rotahorn-Preis wird in Zusammenarbeit mit der Literaturzeitschrift „manuskripte“ an Autorinnen und Autoren aus dem Umfeld der Zeitschrift vergeben. Zu den bisherigen Empfängern zählen neben den beiden Jurorinnen Ebrahimi und Fritsch unter anderem Monique Schwitter, Andrea Stift und Max Höfler.
Jury-Vorsitzender Unterweger betonte bei der Präsentation der diesjährigen Preise die Bedeutung privater Mäzene für die Kulturförderung in einer Situation, „in der die öffentliche Hand ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen kann oder will“, und nahm dabei ausdrücklich Bezug auf die Stadt Graz und das Land Steiermark. Roth, der versicherte, dass es den Rotahorn-Literaturpreis auch weiterhin geben wird, sagte, er hoffe, damit auch andere Unternehmer zu animieren, Verantwortung für die Kultur zu übernehmen.