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„Schwarzbau“ in Kärntner Gemeinde erhitzt die Gemüter

Auf einem Grundstück in Gnesau fanden schon Bauarbeiten statt, die Bauverhandlung wurde aber gerade erst abgewickelt. Bürgermeister weist Vorwürfe zurück.

Zu sehen ist eine Baustelle.
© KLZ/Grimschitz
Eine aktuelle Baustelle in Gnesau erhitzt die Gemüter

Ein anonymes Schreiben erreichte vor wenigen Tagen die Redaktion der Kleinen Zeitung. „In der Gemeinde Gnesau, speziell in der Nachbarschaft des Bürgermeisters mitten im Dorf, wird ein Bau ausgeführt, wo es noch nicht einmal eine Bauverhandlung gab. Der Termin ist erst jetzt angeschlagen, die Bauarbeiten finden aber schon statt“, schildert der Verfasser. Ebenso sei man besorgt, da die Bauarbeiten direkt neben der Gemeindestraße stattfinden und es somit zu Straßensperren kommen soll.

Ein Lokalaugenschein vor Ort ergab, dass es wirklich eine Baustelle in der Ortschaft gibt und die Bauverhandlung wurde erst am Dienstag, 15. September, abgewickelt. Doch Bürgermeister Erich Stampfer (ÖVP) kontert: „Ja, hier wird gebaut. Jedoch ist festzuhalten, dass der besagte Landwirt, um den es geht, gerade zwei Bauprojekte durchführt. Zum einen möchte er seinen Stall vergrößern und zum anderen plant er, seinen Mistplatz zu erweitern. Die Bauverhandlung für den Umbau des Stallgebäudes wurde ordnungsgemäß im Frühjahr abgehalten. Die für den Mistplatz hat gerade erst stattgefunden. Der Bauer dachte, wenn die Maschinen und Baufirmen schon vor Ort sind, kann er gleich loslegen. Jedoch gibt es hier ein Problem mit dem Gesetz“, erklärt Stampfer.

Eine anonyme Anzeige ging bei den Behörden ein. „Daraufhin musste ich als Bürgermeister eine Baueinstellung einleiten, da es hier einen Konflikt mit der Kärntner Bauordnung gibt. Man kann nicht bauen, wenn es noch keine Verhandlung gab. Ich habe den Bauherren angerufen und gesagt, die Bauarbeiten müssen sofort gestoppt werden. Die Verhandlung wurde vor wenigen Tagen ordnungsgemäß und ohne Einspruch abgehalten und nun darf der Landwirt weiterbauen. Es gibt auch ein Strafverfahren, weil er zu früh begonnen hat, aber das ist nun Aufgabe der Behörde.“

Bürgermeister Stampfer: „Ich lasse mir sicher nicht unterstellen, dass ich jemanden parteipolitisch bevorzuge.“
© KK/ÖVP Gnesau/Frank Lampl
Bürgermeister Stampfer: „Ich lasse mir sicher nicht unterstellen, dass ich jemanden parteipolitisch bevorzuge.“

Parteipolitische Nähe?

Dem Bauherren wird in dem Schreiben vorgeworfen, dass er bevorzugt behandelt werde, da er der direkte Nachbar des Bürgermeisters sei und es eine „politische Nähe“ gebe. Auch diese Beschuldigung weist Stampfer zurück: „Ich habe als Bürgermeister die Pflicht, darauf zu achten, dass alles legal und gesetzeskonform über die Bühne geht. Ich kann hier niemanden bevorzugen. Und ja, der Bauherr war einmal Mitglied unserer Partei, ist es aber seit längerer Zeit nicht mehr. Ich lasse mir aber sicher nicht unterstellen, dass ich jemanden parteipolitisch bevorzuge. Das tue ich nicht. Wie gesagt, der Landwirt hat eine anonyme Anzeige erhalten, der Bau wurde gestoppt, die Verhandlung abgehalten und um den Rest kümmert sich nun die Behörde.“

Dass es eine Straßensperre gibt, bestätigt der Bürgermeister. „Jedoch sind alle Anrainer sowie Feuerwehrmitglieder informiert. Man kann auf zwei Seiten die Ortschaft befahren, das wissen die Menschen, die hier wohnen. Wir haben vorab die Autofahrer informiert und an den Sperrschildern ist ein Zettel befestigt, der darüber informiert, wie lange die Straße gesperrt sein soll.“