Schwarzenegger ließ ihn hinter Gitter, nun starb Manson-Vertrauter
Bruce Davis mordete einst für den Sektenführer Charles Manson. Immer wieder suchte er um eine Freilassung an. Die kalifornischen Gouverneure gewährten ihm diese bis zu seinem Tod nicht.
Charles Manson zählt zu einer der – im negativen Sinne – prägendsten Persönlichkeiten der US-amerikanischen Kriminalgeschichte. Einer seiner engsten Vertrauten war Bruce Davis. Zumindest an zwei Morden der sogenannten Manson Family war er beteiligt. Im April 1972 wurde er dafür zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe in Kalifornien verurteilt. Am vergangenen Freitag verstarb er kurz vor seinem 84. Geburtstag in der California Medical Facility in Vacaville, wie unter anderem „TMZ“ unter Berufung auf das Solano County Coroner‘s Office berichtet. Dass er zu Lebzeiten nicht mehr aus dem Gefängnis gekommen ist, lag unter anderem auch an Arnold Schwarzenegger.
Davis soll sich in Haft vorbildlich entwickelt und von der Manson Family losgesagt haben. Er erwarb einen Doktortitel in Religionsphilosophie, heiratete und wurde Vater einer Tochter. Mehrmals suchte er um eine Freilassung auf Bewährung an. Eine entsprechende Empfehlung wurde ihm 2010 von einer Bewährungskommission auch tatsächlich ausgesprochen, nachdem er seine Mitverantwortung an den Morden erstmals eingeräumt hatte. Die finale Entscheidung lag jedoch beim kalifornischen Gouverneur – zu diesem Zeitpunkt also Arnold Schwarzenegger. Er lehnte das Ansuchen ab und begründete seine Entscheidung in einem offiziellen Schreiben damit, dass die Morde „besonders abscheulich“ gewesen seien und „seine Freilassung zum jetzigen Zeitpunkt ein unangemessenes Risiko für die Gesellschaft darstellen würde“. Vier weitere Ansuchen von Davis in den folgenden Jahren wurden von Schwarzeneggers Nachfolger Jerry Brown und dem aktuellen kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom ebenfalls abgelehnt.
Charles Manson baute einen Kult um sich auf
Ende der 1960er-Jahre, zur Zeit der Hippiebewegung, scharte der damals Mitte-30-Jährige Manson eine Gruppe von Leuten – vor allem junge Frauen – um sich und baute einen regelrechten Kult um seine Person auf. Die sektenähnliche Gruppe ging als Manson Family in die Geschichte ein. Ihre Mitglieder begingen im Auftrag ihres Anführers unzählige Morde. Unter den Opfern waren auch Prominente wie die zum damaligen Zeitpunkt hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, weshalb die Manson Family weltweit Bekanntheit erlangte und die Person Charles Manson sogar Einzug in die Popkultur fand.
Brian Hugh Warner ließ sich bei seinem Künstlernamen vom Sektenführer inspirieren und wurde zu Marilyn Manson. Charles Manson wurde in Liedern besungen und blickte von Titelseiten bekannter US-Magazine wie „Life“ oder „Rolling Stone“. Dass er dazu überhaupt die Gelegenheit hatte und „nur“ eine lebenslange Haftstrafe verbüßen musste, lag daran, dass die Todesstrafe in Kalifornien zu diesem Zeitpunkt vorübergehend abgeschafft wurde. So wurden die Todesurteile gegen ihn und seine „Familienmitglieder“ in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Manson starb am 19. November 2017 an den Folgen von Darmkrebs.