PVA startet große Marktsondierung für Reha-Klinik Aflenz
Partnersuche nach einem zusätzlichen bzw. neuen Schwerpunkt für die Reha-Klinik in Aflenz. Land ist „ausdrücklich“ eingeladen, sich zu beteiligen. Damit will man die Einrichtung mit aktuell 130 Arbeitsplätzen langfristig absichern.
Unter der Hand hörte man es schon länger, am Dienstag wurde es offiziell: Die Pensionsversicherungsanstalt startet eine Marktsondierung und sucht damit nach Konzepten für eine langfristige, medizinische Nachnutzung des Reha-Zentrums in Aflenz. „Unser Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur bestmöglich für die Gesundheitsversorgung zu nutzen und eine nachhaltige Perspektive für Aflenz zu schaffen“, teilen die PVA-Obmänner Andreas Herz und Peter Schleinbach mit.
Seit im März bekannt wurde, dass die PVA eine Zusammenlegung der Standorte St. Radegund und Aflenz andenkt, sorgen sich viele im Aflenzer Becken und darüber hinaus um die Zukunft des Komplexes in der obersteirischen Gemeinde. Für Aflenz wäre der Verlust der Reha-Klinik äußerst schmerzhaft, rund 130 Personen sind dort beschäftigt.
Die Kommunal- und Landespolitik läuft deshalb seit dem Frühjahr gegen die Pläne Sturm. In Gesprächen mit PV-Verantwortlichen wurde dabei schnell klar, dass ein Verbleib in Aflenz aus Sicht der PVA prinzipiell möglich sei, wenn der Standort ausgebaut bzw. das Bettenangebot erweitert wird. Dafür bräuchte es aber einen entsprechenden Partner oder Investor.
Verschiedene Formen denkbar
Die nunmehrige Marktsondierung wurde so offen gestaltet, um verschiedene Modelle einer gesundheitlichen Nachnutzung zu ermöglichen: „Denkbar sind verschiedene Formen der gesundheitlichen Versorgung, etwa Angebote im Bereich der Kurz- und Langzeitpflege, Rehabilitation, Nachsorge oder andere gesundheitsbezogene Leistungen“, informiert die PVA in einer Aussendung.
Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung, wie man den Begriff „Nachnutzung“ konkret verstehen könne, erklärt die PVA allerdings auch, dass man weiterhin eine Zusammenlegung der eigenen Kapazitäten am Standort St. Radegund anstrebe. Ob die Aflenzer Klinik dadurch als PVA-Einrichtung aufgelassen werden würde, oder, wie eingangs erwähnt, mit anderem Schwerpunkt in der Obersteiermark bleibt, scheint offen zu bleiben.
Es heißt: „Für den Standort Aflenz wurde nun mit der Marktsondierung ein konkreter Prozess gestartet, um Möglichkeiten für eine langfristige medizinische bzw. gesundheitliche Nachnutzung zu erheben. Welche konkrete Nachnutzung umgesetzt werden kann, wird auf Basis der eingehenden Konzepte geprüft.“ Bis wann, lässt man offen: „Die eingegangenen Konzepte werden laufend geprüft und bewertet.“
„Ausdrückliche“ Einladung an das Land
„Ausdrücklich“ wird dabei das Land Steiermark dazu eingeladen, „sich an der Zukunft von Aflenz mit konkreten Vorschlägen zu bedarfsorientierten Versorgungsangeboten und Investitionen zu beteiligen“. „Wir wollen gemeinsam mit dem Land Steiermark und weiteren Partnern überlegen, wie eine langfristige Nutzung des Standortes Aflenz aussehen kann. Wenn alle Beteiligten ihre Möglichkeiten nutzen, können wir gemeinsam zum Ziel gelangen“, so Herz und Schleinbach. Am Ende soll jedenfalls ein „langfristiges Versorgungskonzept“ stehen.

Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher sieht deshalb Klärungsbedarf: „Jetzt braucht es ein deutliches Signal der Landesregierung: Wir wollen, dass sich das Land Steiermark an diesem Prozess beteiligt. Deshalb fordere ich eine verbindliche Interessensbekundung des Landes, um den Standort Aflenz zu erhalten.“

Aus dem Büro von Landeshauptmann Mario Kunasek teilte man der Kleinen Zeitung mit: „Unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließungspläne hat sich Landeshauptmann Mario Kunasek für den Erhalt des Rehazentrums in Aflenz eingesetzt – unter anderem in einem Schreiben an Bundesministerin Korinna Schumann und den Obmann der Pensionsversicherungsanstalt. Auch der Landtag Steiermark hat sich einstimmig hinter diese wichtige Versorgungseinrichtung in Aflenz gestellt. Aktuell finden dazu Gespräche zwischen dem Land Steiermark, dem Sozialministerium und der PVA statt. Ziel ist es, im gemeinsamen Austausch Möglichkeiten für den Erhalt des Standorts auszuloten.“