Große Trauer um bekannten Villacher Gärtnermeister
Kurt Karl hat seine Baumschule zu einem Leitbetrieb der Branche aufgebaut. Nun verstarb der Gärtnermeister im Alter von 83 Jahren.

Die Baumschule Karl in Treffen am Ossiacher See besteht seit stolzen 98 Jahren. Am 12. September schloss jener Mann, der das Unternehmen zu einem Leitbetrieb der Branche ausbaute, für immer seine Augen: Kurt Karl wurde 83 Jahre alt.
Die Liebe zum Gärtnern wurde Karl in die Wiege gelegt. Sein Vater August Karl gründete 1928 die Baumschule, alle drei Kinder absolvierten die Gärtnerlehre. Nach seiner Meisterprüfung sammelte Kurt Karl bei Praktika im Ausland Erfahrung. Nach dem frühen Tod seines Vaters kehrte er in die Heimat zurück und führte gemeinsam mit seiner Mutter Hilde die Baumschule weiter.
Offiziell ging Karl 2005 in den Ruhestand, doch ein „Gärtnermeister in Ruhe“ war er nie. „Die Arbeit war sein Leben, hätte man ihm die weggenommen, wäre es ihm nicht gut gegangen“, erzählt sein Sohn Dietmar Karl, der das Unternehmen heute gemeinsam mit seiner Frau Tanja führt.
Er war ein stolzer Vater und Großvater.
— Dietmar Karl
Kurt Karl kam weiterhin täglich in den Betrieb, um nach dem Rechten zu sehen. Seine große Leidenschaft war das Traktorfahren. Bis zwei Monate vor seinem Tod erledigte er noch Arbeiten mit dem Traktor. Auch seine tägliche kleine Wanderung mit Freunden pflegte er bis zuletzt. Meist ging es Richtung Ossiacher See oder Silbersee, ein Aperol Spritz danach gehörte fix dazu. Ebenso seine regelmäßigen Saunarunden. Zuletzt saß er dort vor allem im Ruheraum, um den Kontakt zu seinen Freunden zu halten.
Ein eiserner Wille und große Freude am Leben
Die vergangenen Jahre zeigten, welchen eisernen Willen Karl hatte. Vor zwei Jahren überstand er eine schwere Krebserkrankung und mit 81 einen Oberschenkelhalsbruch. Dieser machte ihn sogar zum „Fernsehstar“, wie sich sein Sohn erinnert: Der ORF drehte auf seiner Rehastation und präsentierte ihn als Vorzeigepatienten, der sich mit 81 Jahren noch einmal zurück ins Leben kämpfte.
Eine weitere Leidenschaft galt dem Lesen und Tagebuchschreiben. Zehn Jahre lang notierte Karl akribisch das Wetter und die täglichen Arbeiten – eine wertvolle Ressource für die Baumschule. Wenige Tage vor seinem Tod bat er seine Familie im Krankenhaus noch um Lesestoff: „Ich brauche ein neues Buch. Und vergesst die Presse und die Kleine Zeitung nicht.“
Das 100-jährige Bestehen seiner Baumschule erlebt Karl nicht mehr. Seiner Familie und der Region bleibt sein Wirken jedoch bleibend in Erinnerung.
Kurt Karl hinterlässt zwei Söhne und zwei Enkelkinder. Die Verabschiedung findet am 25. September um 15 Uhr in der Zeremonienhalle am Zentralfriedhof Villach statt.