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1000 Produkte: „Schaufenster“ des Lavanttals wird 10 Jahre

Das „Haus der Region“ feiert am 18. September 10 Jahre – mit Tag der offenen Tür und Verkostungen. Daran ist auch das Benedektinerstift „schuld“.

Weit über 1000 verschiedene Artikel heimischer Produzenten werden im „Haus der Region“ in Wolfsberg angeboten
© Bettina Friedl
Weit über 1000 verschiedene Artikel heimischer Produzenten werden im „Haus der Region“ in Wolfsberg angeboten
Bettina Friedl
Teamleiterin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Seit zehn Jahren versteht sich das „Haus der Region“ im Bamberghaus in der Wolfsberger Innenstadt als Vermarktungsplattform für regionale Produzenten. Das wird am 18. September ab 13 Uhr mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. „Wir haben 2016 mit 70 Produzenten aus dem Lavanttal begonnen, deren Produkte wir im ,Haus der Region‘ präsentieren und verkaufen. Inzwischen sind es 140 Produzenten mit weit über 1000 verschiedenen Artikeln“, sagt Roland Bachmann, Geschäftsführer der Lavanttaler Beschäftigungsinitiative (LBI), die Träger dieses Projektes ist.

Roland Bachmann, Geschäftsführer der Lavanttaler Beschäftigungsinitiative, im „Haus der Region“
© Bettina Friedl
Roland Bachmann, Geschäftsführer der Lavanttaler Beschäftigungsinitiative, im „Haus der Region“

„Nachdem wir platztechnisch am Limit sind, können wir keine weiteren Produzenten aufnehmen. Die Nachfrage ist absolut gegeben, wir haben eine Warteliste an Interessenten, die sich bei uns präsentieren wollen“, sagt Bachmann. Mit einem „kleinen Anerkennungsbeitrag“ seien die Lieferanten mit dabei, wobei die Lavanttaler Beschäftigungsinitiative die Präsentation, Sortimentspflege, Vermarktung und den Verkauf der Artikel übernimmt.

Und auch Verkostungen werden von der LBI angeboten – sowohl für Kleingruppen ab vier Personen, als auch für Gruppen von bis zu 50 Personen, die im Bambergsaal bewirtet werden können. „Sechs Angestellte kümmern sich um das ,Haus der Region‘, angefangen von den Bestellungen über die Lieferscheinkontrolle bis hin zum Richten der Geschenkkörbe. Auch der ,Genussladen St. Paul‘, der vor fünf Jahren als Filiale eröffnet wurde, wird von hier mitbetreut“, erklärt Bachmann.

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Auch verkostet werden kann im „Haus der Region“
Auch verkostet werden kann im „Haus der Region“ © Bettina Friedl

Die Weihnachtszeit sei die umsatzstärkste Zeit. „Immerhin bieten wir Geschenkkörbe, Kartons und Kisten, die individuell zusammengestellt werden. Wir haben zwischendurch auch Großaufträge mit bis zu 400 Stück Geschenkkartons, die Firmen ihren Kunden schenken“, sagt Bachmann und fügt hinzu: „Kürzlich haben wir eine Anfrage für eine Honiglieferung über 1600 Gläser Honig bekommen. Bei solchen Großbestellungen stoßen unsere Lieferanten dann an ihre Kapazitätsgrenzen.“

Der Honig ist besonders gefragt, aber auch Essig, Apfelsaft und die Lavanttaler Weine gehen sehr gut.

— Roland Bachmann, Geschäftsführer der Lavanttaler Beschäftigungsinitiative
Auch das Non-Food-Sortiment ist stark angewachsen
© Bettina Friedl
Auch das Non-Food-Sortiment ist stark angewachsen

Während es früher fast ausschließlich Lebensmittel im „Haus der Region“ gab, ist der Non-Food-Bereich inzwischen sehr stark gewachsen. Und so finden sich zwischen den Lavanttaler Weinen, Salami, Speck, Honigprodukten, Kräutern, Nudeln, Sirupen, Marmeladen, Essigen und Ölen beispielsweise auch Bücher von Lavanttaler Autoren, Schmuck von heimischen Künstlern, Kerzen, Holzdeko sowie Getöpfertes oder Magnete mit Wolfsberg- oder Lavanttal-Motiven, die gerne als Souvenir gekauft werden. „Der Honig ist besonders gefragt, aber auch Essig, Apfelsaft und die Lavanttaler Weine gehen sehr gut. Und das Lavanttaler Bier, das wir von drei Produzenten anbieten, reißen sie uns quasi aus den Händen“, so der Geschäftsführer, dem eine Zukunftsidee im Kopf herumschwirrt: „Ich würde das Thema Refill gerne forcieren, also das Abfüllen aus dem Großgebinde. Beim Essig funktioniert das schon gut, aber da ginge noch viel mehr. Eigentlich kann man alles, was in Flaschen ist, in ein Großgebinde geben und abfüllen – angefangen von Ölen bis hin zu Säften. Oder auch Tee ließe sich super abfüllen. Dazu fehlen uns jedoch die Räumlichkeiten. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt“, fährt Bachmann fort.

Das „Haus der Region“ befindet sich im historischen Bamberghaus im Zentrum von Wolfsberg
© Bettina Friedl
Das „Haus der Region“ befindet sich im historischen Bamberghaus im Zentrum von Wolfsberg

99 Prozent der Produzenten kommen aus dem Lavanttal. „Wir holen nur Produzenten von auswärts ins Haus, wenn man die Produkte im Lavanttal nicht bekommt. Deshalb haben wir Had’n aus Neuhaus oder Schokolade von Craigher im Sortiment“, sagt Bachmann, der auf die Eigenmarke hinweist: „Wir produzieren auch selbst: Marmeladen, Sirupe, Chutneys und Kräutersalze, die wir unter der Marke ,Haus der Region‘ vertreiben. Wir haben nämlich einen Kräutergarten in Raggl vor St. Margarethen, wo wir Ribiseln, Brombeeren, Jostabeeren, Holunder & Co. angesetzt haben. Dort haben wir auch einen Weingarten und produzieren unseren Wein unter der Marke ,9400‘ in Anspielung an die Postleitzahl von Wolfsberg. Bis zur Weinlese machen wir alles selbst, die Verarbeitung von Zweigelt, Grauburgunder und Sauvignon Blanc übernimmt das Obst- und Weinbauzentrum in St. Andrä für uns.“

Das Sortiment an Lavanttaler Weinen im Haus der Region
© Bettina Friedl
Das Sortiment an Lavanttaler Weinen im Haus der Region

Aus der Innenstadt ist das „Haus der Region“ längst nicht mehr wegzudenken. „Dass es uns gibt, daran ist das Benediktinerstift schuld“, erzählt Bachmann mit einem Schmunzeln. Wie das? „Das Stift hat damals das ungenutzte Kapuzinerkloster geerbt. Der damalige Forstmeister Bernhart Binder hatte die Idee, dort einen Klosterladen mit Erzeugnissen des Klosters und ausgewählten Lavanttaler Erzeugnissen zu machen sowie einen Schauweingarten mit allen Sorten, die im Lavanttal wachsen – samt Verkostungsraum. Die Pläne waren fixfertig, doch sie wurden vom Konvent des Stiftes abgelehnt. Damals war Hans-Peter Schlagholz Bürgermeister und ein halbes Jahr später kam er auf mich zu und fragte, ob sich das Konzept für das leerstehende Bamberghaus adaptieren ließe.“

Kurz davor wurden nämlich die Gemeindebüros vom Bamberghaus ins Rathaus und in die Alte Post verlegt. „Wir haben dann das Konzept adaptiert, nur der Schauweingarten war platztechnisch nicht möglich. Wir haben das komplette Bamberghaus ausgehöhlt und hinter den Rigipswänden kamen urige Steinmauern, Säulen und Gewölbe zum Vorschein, die eine besondere Atmosphäre im Verkaufsraum schaffen.“ Damals wurden 250.000 Euro in den Innenausbau investiert – „zum Teil wurde das Projekt von der EU und der Gemeinde unterstützt“, ist Bachmann dankbar. Dach und Fassade haben die Stadtwerke als Besitzer erneuert.

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