Villacher Traditionsunternehmen feiert 140-jähriges Jubiläum
140 Jahre, 140 Mitarbeiter und eine Branche im Umbruch: Wie das Traditionsunternehmen Wiegele mit Elektromobilität und neuen Berufsbildern in die nächste Generation geht.
140 Jahre Firmengeschichte und 140 Mitarbeiter. Beim Villacher Traditionsunternehmen Wiegele treffen zum Jubiläum Vergangenheit und Zukunft aufeinander. Denn während das Unternehmen auf Wurzeln im 19. Jahrhundert zurückblickt, beschäftigt Eigentümer Hannes Wiegele derzeit vor allem eine Frage: Wie sieht ein Händler samt Werkstatt in einigen Jahren aus?
Digitalisierung und Elektromobilität haben den Arbeitsalltag bereits grundlegend verändert. Wo früher vor allem geschraubt und Teile getauscht wurden, stehen heute Fehlersuche, Software und elektronische Steuergeräte im Mittelpunkt. „Meine Leute sind heute eher IT-Techniker als Mechaniker. Vor allem im Pkw-Bereich wird sich dieser Wandel weiter beschleunigen.

Die Jubiläumsfeier
Wann: Samstag, 19. September, von 10 bis 15 Uhr
Wo: drive Wiegele und Wiegele Trucks in Villach. Beide Standorte sind durch eine Fußgängerbrücke verbunden.
Programm: Live-Musik mit der Kanaltaler Volksmusik, Tret-Gocarts, Hüpfburg, Schießbude und Kulinarik.
Parken: Parkmöglichkeiten gibt es bei drive Wiegele sowie bei Wedl und Billa im Bereich Karawankenweg.
Vom Fahrrad in Leichtbauweise zum E-Lkw
Auch bei schweren Nutzfahrzeugen ist die neue Antriebstechnik längst angekommen. Für Elektro-Lkw wurde am Standort eine eigene Halle errichtet. Dort können unter anderem Hochvoltbatterien gewartet werden. Wie stark sich klassische Werkstätten dadurch langfristig verändern, ist noch offen. „Wie viele Hebebühnen brauchen wir in Zukunft noch? Bis 2030 werden wir es wissen“, sagt Wiegele.
Dass sich das Unternehmen immer wieder auf neue Technik einstellen musste, zieht sich durch seine Geschichte. Die Wurzeln reichen bis 1857 zurück, als Josef Erlach und Valentin Wiegele gemeinsam an Fahrrädern in Leichtbauweise arbeiteten. 1886 übernahm Wiegele den Betrieb.

Umzug vom Gailtal nach Villach
Nach einem Brand wurde der Betrieb aus dem unteren Gailtal nach Villach in die Italienerstraße verlegt. Mit der Übernahme der NSU-Vertretung begann 1961 der Einstieg in die Automobilbranche, 1973 kamen Volkswagen und Audi sowie mit Scania auch das Lkw-Geschäft hinzu. Weil der Platz zunehmend knapp wurde, erfolgte 1991 die räumliche Trennung. Der Pkw-Bereich blieb in der Heidenfeldstraße, während die Lkw-Sparte in die heutige Handwerkstraße übersiedelte. Über die Straße entstand später der neue Pkw-Hauptstandort, der 2014 eröffnet wurde und seither mehrere Marken wie Audi, VW und Seat unter einem Dach vereint.
Heute sorgen 140 Mitarbeiter für den Betrieb. Trotz aller Digitalisierung setzt Wiegele auf einen Punkt, der sich möglichst nicht verändern soll. Kunden sollen über Jahre dieselben Ansprechpartner haben. Eine geringe Mitarbeiterfluktuation sei deshalb wesentlich. „In einer digitalen Welt ist es wichtig, dass jemand da ist. Wir nehmen uns Zeit, beraten, erklären und helfen“, sagt Wiegele. Der direkte Kontakt sei für ein Familienunternehmen weiterhin zentral.

Die neue Generation arbeitet bereits mit
Auch personell ist die Zukunft vorbereitet. Sohn Thomas ist seit 2010 im Unternehmen und soll künftig die Pkw-Sparte übernehmen. Sohn Felix ist seit 2023 dabei, arbeitet als Geschäftsleiter und soll den Lkw-Bereich weiterführen.
Das 140-Jahr-Jubiläum wird am Samstag, 19. September, von 10 bis 15 Uhr mit einem Tag der offenen Tür beim Autohaus Wiegele und Wiegele Trucks gefeiert. Die beiden Standorte werden mit einer Fußgängerbrücke verbunden.