Chaos auf Insel Krk: Tausende kamen zum illegalen Autotreffen
Autofans aus ganz Europa trafen sich zum illegalen „Car-Meet“ in Kroatien. Wie bei den „GTI-Treffen“ am Wörthersee hatte auch in Kroatien die Polizei alle Hände voll zu tun.

Wer am Freitag auf dem Weg auf die Insel Krk für ein beschauliches Wochenende in der Nachsaison war, der konnte den Eindruck gewinnen, beim GTI-Treffen am Wörthersee in Kärnten und nicht an der Adria in Kroatien angekommen zu sein. Wie in der Hochsaison staute es sich ab Rijeka kilometerweit. Doch statt zwischen Wohnmobilen und vollbepackten Kombis, fand man sich zwischen aufgemotzten, tiefergelegten und immer wieder aufheulenden PS-Boliden wieder.
Knallende Auspuffe und rauchende Reifen: Tausende Tuning-Fans belagerten die Insel Krk, Cres und die Küstenstadt Jadranovo über das Industriegebiet Kukuljanovo bis hin zur Staatsstraße DC3, die nach Rijeka führt. „Stance Adria“, nennt sich das illegale „Car-Meet“ (Autotreffen), das PS-Freaks aus ganz Europa anlockte, auch zahlreiche Fans mit österreichischen Kennzeichen waren zum illegalen Treffen angereist.
Vom Wörthersee an die Adria

Wie bei den illegalen Vor- und Nachtreffen in Kärnten, rund um den Wörthersee, war auch dieses nicht angemeldet. Straßen, Tankstellen, Parkplätze von Einkaufszentren und sogar ganze Strandabschnitte wurden von den Fans und ihren getunten Autos blockiert. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, bei dem Katz-und-Maus-Spiel mit den Teilnehmern: „Die Teilnehmer waren äußerst mobil, tauschten sich gegenseitig aus und versammelten sich immer wieder an unterschiedlichen Orten zu regelrechten ‚Flash-Mobs‘“, teilte die Polizei mit.
Illegale Rennen, Beschleunigungsduelle, „Gummi-Gummi“, Fehlzündungen und auch zahlreiche Verkehrsunfälle und Beschädigungen wurden angezeigt. Laut Polizei wurden bis Sonntagabend 365 Strafzettel wegen Verkehrsverstößen ausgestellt und 43 Fahrzeuge stillgelegt. Auch zwei Streifwagen der Polizei wurden während des einsatzreichen Wochenendes beschädigt, hier seien noch Ermittlungen im Laufen.
Gesetzesänderung geplant
Das kroatische Innenministerium will nun mit einer Gesetzesänderung auf das Phänomen der illegalen Autotreffen reagieren. Mit Geldstrafen von 1320 bis 2650 Euro soll die Organisation und Teilnahme an solchen Events geahndet werden. Zusätzlich soll es die Möglichkeit geben sechsmonatige Fahrverbote auszusprechen.
„Ziel dieser Gesetzesänderung ist eine präventive Maßnahme zur Abschreckung von der Organisation und Teilnahme an illegalen Autotreffen. Wir müssen angesichts der erhöhten Gefährdung der Verkehrssicherheit und des erhöhten Konfliktrisikos mit anderen Verkehrsteilnehmern und Anrainern durchgreifen.“, erklärte das Innenministerium.
Internationale Phänomen
Die Polizei bedankte sich in ihrer Aussendung auch bei den zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung, die es ihnen ermöglicht habe rasch und wirksam einzugreifen. Ob die angekündigten Gesetzesänderungen Wirkung zeigen werden, bleibt abzuwarten. „Wir haben Verständnis für die Reaktionen aus der Bevölkerung, gleichzeitig betonen wir, dass derartige unbefugte, mobile Autotreffen kein Phänomen sind, das auf unsere Region oder Kroatien beschränkt ist. Ähnliche Zusammenkünfte und damit verbundene rechtswidrige Aktivitäten werden auch in anderen europäischen Ländern – darunter Österreich, Italien, Deutschland und das Vereinigte Königreich – verzeichnet; auch dort führen die Polizeikräfte gezielte, verstärkte Einsätze durch, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, die öffentliche Ordnung und den Frieden zu wahren sowie die Verkehrssicherheit zu sichern“, so die Polizei.
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