Marc Márquez: Sieg in Misano, mit WM-Führung nach Österreich
Superstar siegte beim GP von San Marino vor Bruder Alex, Pedro Acosta fuhr als Dritter wieder aufs Podest
Just vor dem Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg hat Marc Márquez endgültig alles wieder gerade gerückt – zumindest nach seiner Ansicht: Der Spanier feierte beim GP von San Marino in Misano auf seiner Ducati den nächsten vollen Erfolg und übernahm damit vor dem Rennen in der Steiermark sogar wieder die WM-Führung: Nach dem fünften Erfolg in den jüngsten sieben Rennen liegt er nun punktgleich mit dem Spanier Jorge Martin (Aprilia) in Führung – und durfte den Erfolg in Misano sozusagen „familiär“ feiern, denn hinter ihm fuhr Alex Márquez auf Rang zwei. Aber auch KTM darf mit einem weiteren Boost ins Heimrennen in Österreich starten: Pedro Acosta fuhr als Dritter abermals aufs Podest.
„Es fühlt sich nicht ganz real an“, sagte Marc Márquez. Der Ausnahmekönner profitierte allerdings vom Ausfall von Pole-Setter Marco Bezzecchi (Aprilia), der in der ersten Runde in Führung liegend abflog. Während Márquez seinen siebenten MotoGP-Sieg in Misano und seinen insgesamt 78. in der Motorrad-Königsklasse feierte, verlor der italienische Lokalmatador Bezzecchi im WM-Kampf an Boden. Márquez und Martin liegen nun 33 Punkte vor dem Gesamtdritten.
Márquez aber machte das zweite Wochenende in Folge das Punktemaximum und siegte im Sprint wie im Rennen. Und viel schneller, als es manche erwartet haben, ist er nun der größte Favorit auf den Titel. Zumal auch die Art und Weise, wie er am bisherigen WM-Führenden Jorge Martin in Misano vorbeiging, beeindruckend war. Und während der Spanier zum Sieg cruiste, fiel Martin gar noch auf Rang fünf zurück. So ist es möglich, dass Márquez in der WM wieder voran liegt. Und das, obwohl er am 31. Mai nach dem Rennen in Mugello noch 102 Punkte Rückstand hatte. Seither hat er aber 203 Punkte in sieben Rennen gemacht, der nächstbeste Fahrer gerade einmal 118 Zähler.
„Ich habe damals schon gesagt: Ich gebe nie auf, ich werde immer bis zum Ende pushen“, seufzte Márquez erleichtert. „Jetzt sind wir wieder hier ganz oben, aber der Weg ist noch lange, ein kleiner Fehler kann viel kosten.“ Einer, den er nach dem Ausfall von Bezzecchi auch in Misano machte: „Da war ich wohl schon zu sicher, dass es reicht, dann hat mich Jorge überholt. Aber ich konnte das schnell wieder gutmachen“, sagte der Spanier.
Acosta pushte sein Team nach dem Warm-up
Pedro Acosta war überglücklich: „Das Warm-up war ein Desaster. Ich habe speziell Pit Beirer gesagt: Jungs, ihr wisst, was ich brauche, so geht es aber nicht. Ich habe ihnen gesagt: Gebt mir, was ich brauche, und es wird klappen“. Und offenbar hat KTM genau das geschafft: Zum zweiten Mal in Serie fuhr Acosta mit der KTM aufs Podest, wird auch am Montag beim ersten vollen Test der MotoGP in Spielberg mit den neuen Reifen und den neuen Maschinen der kommenden Saison im Einsatz sein.
So oder so: Kommende Woche startet das Feld mit der wohl spannendsten Ausgangslage, die möglich ist: Zwei Fahrer liegen ex aequo in Führung, auch Bezzecchi trennen trotz des Ausfalls nur 33 Punkte von den beiden Spitzenreitern. Und Pedro Acosta liegt auf der KTM nach zwei guten Wochenenden auch schon auf dem fünften WM-Zwischenrang.