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Länger arbeiten: Nur eine Frage der Zeit

Walter Hämmerle
Leiter Innenpolitik
Ein Jahrhundertthema: sichere Pensionen
© APA / Barbara Gindl
Ein Jahrhundertthema: sichere Pensionen

Wifo-Chef Felbermayr plädiert für ein höheres Pensionsalter. Das wird unumgänglich sein, als alleinige Lösung reicht es nicht.

Eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters von 65 auf 67 Jahre sei unvermeidlich: Davon jedenfalls zeigt sich Wifo-Chef Gabriel Felbermayr in der ORF-„Pressestunde“ überzeugt. Damit steht er in der Riege der Ökonomen und Pensionsexperten keineswegs einsam da. Allein: Die Absage der Politik kam schnell und kategorisch. Am nettesten formulierte es noch ÖVP-Seniorenvertreterin Ingrid Korosec, die findet, dass die Menschen zwar länger arbeiten sollten, aber nur bis 65, dem jetzigen Antrittsalter, und keineswegs bis 67. Von der FPÖ und dem SPÖ-dominierten ÖGB kam ein deutlich klareres Njet. Für eine Erhöhung sprechen sich allein die Neos aus, aber für die liberale Nischenpartei ist das eine Profilierungsfrage.

Man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusehen, dass eine Erhöhung früher oder später trotzdem kommen wird. Deutschland, Schweden, Dänemark und andere vollziehen diesen Schritt nicht aus Jux und Tollerei, sondern folgen den demografischen Zwängen einer alternden Gesellschaft, die starker Zuwanderung noch dazu kritisch gegenüber eingestellt ist. Und dann sind da ja noch die Kosten für Gesundheit, Pflege und Verteidigung, von den nötigen Anpassungen an den Klimawandel, die Energiewende und die Digitalisierung einmal nicht zu reden.

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Richtig ist allerdings auch, dass es mit einer simplen Erhöhung des gesetzlichen Antrittsalters nicht getan ist. Es braucht Anreize, länger zu arbeiten, und Maßnahmen, damit Ältere in Beschäftigung bleiben können. Der Staat kann zu diesen Zwecken an vielen kleinen Rädchen drehen, bei den Sozialabgaben, einer verbesserten medizinischen Vorsorge, flexibleren Arbeitsmodellen und anderen mehr.

Nur das Ziel muss klar sein: Die Lasten wie Chancen müssen zwischen den Generationen gerecht verteilt sein. Es kann nicht sein, dass eine Generation, die beispiellosen Wohlstand ohne Krieg erleben durfte, ihren Nachkommen ein aus der Balance geratenes Solidarsystem, gigantische Schuldenberge und die historische Mammutaufgabe, sich von den fossilen Energieträgern zu verabschieden, hinterlässt.